ARMUT MACHT VERLETZLICH
900.000 Männer und Frauen in Österreich sind armutsgefährdet, 340.000 davon akut arm. Manche sind krank und können nicht arbeiten. Andere finden keinen Job, weil es an Arbeitsplätzen fehlt. Zu viele werden wegen ihrer Depressionen oder verminderter Leistungsfähigkeit gekündigt. Hunderte haben für sich und ihr Kind kein Dach über dem Kopf.

Armut ist auch in einem wohlhabenden Land wie Österreich ein Thema. Armut muss aber nicht chronisch sein. Denn wenn Menschen Arbeit haben, ein soziales Netz haben, Unterstützung und Beratung vorhanden ist, gibt es Chancen.“ Ziel für Österreich muss es sein, effektive Maßnahmen zu entwickeln, die mithelfen dass möglichst wenig Leute, möglichst kurz in den Armutszonen bleiben.
Verdrängen, verniedlichen, gegeneinander ausspielen
Manche Menschen verdrängen ihre Sorgen. So lange, bis ihnen alles über den Kopf gewachsen ist, bis sich die Rechnungen stapeln, alle Kontakte zu den Freunden und zur Familie abgebrochen sind, sie nicht mehr aus dem Haus gehen.
Manche Betroffenen verniedlichen ihre Not. Gestehen sich nicht ein, dass sie den Alltag kaum meistern können. Sitzen im Winter mit dem Mantel im Zimmer, weil sie sich das Heizmaterial nicht leisten können. Leben von Kartoffeln und Brot und haben keinen Euro übrig, um sich Obst oder Fleisch zu kaufen.

Auch gesellschaftlich wird Armut verniedlicht. „Das können nur ein paar Menschen sein, weil in meinem Umfeld kenne ich niemanden, der in so einer Situation ist.“ Die Zahlen beweisen das Gegenteil.
Drittens gibt es das Phänomen, dass Arme gegen Arme ausgespielt werden: Sozial schwache Inländer gegen Ausländer, Arbeitslose gegen Sozialhilfeempfänger, Obdachlose gegen Flüchtlinge.
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