Details aus der Pfarrkirche
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Detail des Kreuzwegs
Rudolf Eisenmenger, 1934 |
Altarkreuz
Walter Ritter, 1934 |
Pietà in der Pfarrkirche
Meister Giovanni Giuliani, Heiligenkreuz nach 1705. Geschenk von Abt Gerhard
Weixelberger an seine Heimatkirche. |
Pfarrchronik - Überblick
Um 1200 n. Chr. In Mauer gibt es eine Burg „Engelsburg“ und die Kapelle St. Andreas.
15. Jahrhundert Am heutigen Maurer Hauptplatz wird eine Kirche namens
„St. Erhart“ gebaut.
1453 gibt es eine kleine, eigene Pfarre für Mauer (früher
hat die Kirche immer zur Pfarre Atzgersdorf gehört).
1783 wird von Josef II. eine selbständige Pfarre gegründet.
Um 1900 Wegen des Straßenbahnbaues, stellt die Kirche, die
sowieso zu klein ist, ein Verkehrshindernis dar.
1903 war es das Ziel, eine neue Kirche zu bauen. Der Bauverein begann
Spenden zu sammeln, die aber wegen des 1. Weltkriegs für die Kriegsanleihe
ausgegeben wurden.
Nach 1918 begann man wieder, Geld für den Neubau zu sammeln.
1934 Das Ziel wurde endlich erfüllt. Die Kirche wurde von dem
bekannten österreichischen Architekten Clemens Holzmeister gebaut. Von
der alten Kirche blieb nur der gotische Chor erhalten.
1936 Einweihung der neuen Kirche am 14. November
1987 wurde die Kirche zum letzten Mal innen umgebaut
Weitere Einrichtungen im Pfarrgebiet
Geschichte der Pfarre im Detail
DIE ERSTE BESIEDLUNG
Schon im 9. - 11. Jhdt. besiedelten deutsche Volksgruppen den südlichen
Raum Wiens. Der älteste Teil des Ortes Mauer war in der unteren Langegasse
- eine straßenförmige Siedlung. Im 12. Jhdt. erweiterte sich die
Siedlung auf die heutige untere Endresstraße. Gleichzeitig entstand
eine weitere Siedlung im Anschluss an die alte Burg Mauer (zw. Gebirgsgasse,
Schloßgartenstraße - Heudörfelgasse) – „Im Gereut“.
Die erste urkundliche Erwähnung fand 1210 statt. Bis ins 15. Jhdt. sprach
man immer von 2 Dörfern in Mauer.
DIE ANDREASKAPELLE
Mitte des 13. Jhdts. ging die Herrschaft über Schloss und Ort
an das Wiener Rittergeschlecht der Haimonen. Der Bedeutendste war Otto, der
1259-1261 Stadtrichter von Wien war. Er stiftete 1270 das erste kirchliche
Zentrum für Mauer: Die Andreaskapelle in der alten Burg („castrum
Gereut“). Daraus entwickelte sich durch reiche Stiftungen das Andreasbenefizium,
ein Komplex aus Gütern und Rechten. Lange Zeit bildete die Andreaskapelle
den kirchlichen Mittelpunkt für Mauer und war, obwohl zur Pfarre Atzgersdorf
gehörig, dennoch weitgehend selbständig, was zu häufigem Streit
führte.
Unter Herzog Albrecht II. ging 1341 die Herrschaft Mauer als Lehen an Kadolt
den Älteren von Eckartsau über. Damals zählte Mauer 39 Häuser.
Die Eckartsauer stammten aus dem Marchfeld, hatten Güter vom Hochstift
Regensburg als Lehen, waren Herren von Rodaun und erwarben später auch
Erlaa und Kalksburg dazu. Die Aktivitäten der Familie brachten ihnen
großes Ansehen in Mauer, stattete sie doch durch Kadolt den Älteren
im Jahre 1343 die Andreaskapelle reich aus.
ERHARDKAPELLE 1450
Um 1450 stifteten sie die Erhardkapelle. Die Verbindungen der Eckartsauer
mit Regensburg macht die Wahl des Schutzpatrons, des hl. Erhard, verständlich.
Der hl. Erhard lebte in der 2. Hälfte des 7. Jhdts. und war ab 692 Bischof
von Regensburg. Er wurde 1052 unter Papst Leo IX. heilig gesprochen.
Schon im 15. Jhdt. gab es Bestrebungen, Mauer zur Pfarre zu erheben. Die Pfarrer
von Atzgersdorf wussten dies aber zu verhindern. Die Kapläne (Benefiziaten)
von Mauer wohnten damals in einem großen Gutshof, dem Vorgängerbau
der späteren Engelsburg, fälschlicherweise Pfarrhof genannt.
TÜRKENKRIEGE
1529 belagerten die Türken Wien erstmals und verwüsteten Mauer
schwer. Sowohl Schloss als auch Benefiziatenhaus fielen den umherstreunenden
Türkenscharen zum Opfer. 80 Jahre später fand man in Mauer noch
immer 60 Brandstätten! Im Jahre 1609 erhielt der Jesuitenorden durch
Schenkung die Rechte über Mauer. Am 17.8.1609 leisteten die Maurer dem
Pater Rektor des akademischen Kollegiums den (Untertaneneid. Damit begann
die Ära der 164 Jahre andauernden Jesuitenherrschaft in Mauer. Zwischen
1629 und 1639 wurde die Engelsburg (Engelsburggasse - Kaserngasse) erbaut
und das zerstörte Andreasbenefizium dort neu errichtet. 1682 ließen
die Jesuiten die Erhardkapelle neu renovieren – eine Investition von kurzer
Dauer – denn im Sommer 1683 verwüsteten die Türken Mauer zum 2.
Mal und ein Großteil der Bewohner kam ums Leben, wurde verschleppt oder
versklavt. Unter ihnen auch der Ortsrichter von Mauer, Johann Weixelberger,
der Vater von Gerhard Weixelberger (1660-1728), dem späteren
Abt von Heiligenkreuz.
AUSBAU DER ERHARDKAPELLE
Nur langsam setzte die Wiederbesiedlung von Mauer ein. Gleichzeitig gewann
die Kapelle St. Erhard an Bedeutung und wurde durch zahlreiche Stiftungen
ausgeschmückt, die heute noch größtenteils erhalten sind.
Gerhard Weixelberger stiftete 1707 die Sonnenmonstranz. Die Pietá stammt
vom Bildhauer Giovanni Giuliani (1710), der auch in Heiligenkreuz das wunderschöne
Chorgestühl anfertigte. Das Hochaltarbild („Anbetung der Hl. Dreifaltigkeit
durch den hl. Erhard“) ist ein Werk Trogers (1740). Der Hochaltar stammt
aus dem Jahr 1750, 2 Jahre später erhielt die Kirche neue Bänke.
Der heutige Turmhelm stammt von dem Maurer Zimmermann Paul List (um 1770).
PFARRERHEBUNG
Kaiser Joseph II. löste 1773 die Niederlassung der Jesuiten in Mauer
auf und sie wurde nun von der „k.u.k. Staatsgüteradministration
namens des Exjesuitenfonds“ verwaltet. Die leerstehenden ehemaligen
Herrschaftssitze wurden zu Kasernen ausgebaut (untere und obere Kaserne).
Das Andreasbenefizium wurde in die St. Erhardkapelle verlegt. Ein von der
NÖ. Regierung ausgestellter Stiftsbrief vom 9.11.1775 legte den Benefiziaten
auf, „die Christenlehre sowohl an Sonn- und Feiertagen, die Predigt
samt allen übrigen Gottesdiensten wie bis anhero gewöhnlich sind“
eifrig zu halten. Der Exjesuit Pater Georg Maximilian Wechinger wurde zum
Benefiziaten ernannt, die Verwaltung der reichen Stiftung aus dem aufgelassenen
Jesuitenorden fiel aber der Pfarre Atzgersdorf zu.
Eine endgültige Neureglung des kirchlichen Lebens erfolgte erst mit der Erhebung
zur eigenen Pfarre durch das Hofkanzleidekret vom 20.7.1783. Benefiziat Wechinger
wurde am 15.11.1783 zum ersten Pfarrer der Pfarre Mauer ernannt. Damals zählte
Mauer 879 Katholiken. Die Gottesdienstordnung lautete: an Sonntagen um 6 Uhr stille
Messe, 9 Uhr Predigt, 9.30 Uhr Segensmesse, 14 Uhr Christenlehre.
SEELSORGE IN MAUER
Bald kam der Pfarrer mit der Betreuung der ihm anvertrauten Seelen alleine
nicht mehr zurecht. So bekam er Hilfe von den in den Kasernen stationierten
Militärseelsorgern, von den Jesuiten in Kalksburg und von den Franziskanern
in Maria Enzersdorf. Der erste fest angestellte Kooperator war der Benediktinerpater
Valentin Hofer (1878).
Eine schwere seelsorgerische Aufgabe hatte Pfarrer Joseph Fichtl (1823-1833)
während der Cholera-Epidemie 1830-1831, die von den Soldaten eingeschleppt
wurde. Mauer hatte 17 Opfer zu beklagen. Durch die gute Verkehrsverbindung
mit Wien gewann Mauer im Lauf der Jahrzehnte immer mehr an Bedeutung für Sommerfrischler
aus der Stadt - die neben den vielen fremden Soldaten die ortsansässige Bevölkerung
stark beeinflussten. Über das sittliche Leben schrieb Pfarrer Friedrich Zifka
1863: „Der sittliche Zustand der einheimischen Bevölkerung dieses Ortes
verdient wohl größtenteils das herbe Urteil, welches gewöhnlich über dieselbe
ausgesprochen wird, aber nicht so ganz, und findet eine Entschuldigung in
den eigentümlichen Verhältnissen des Ortes ...“
KIRCHENBAUTEN UND ZUZUG VON ORDEN
1834 wurde die Johann-Nepomuk-Kapelle (Endresstraße vis-à-vis Fischergasse)
von Joseph Ritter von Haletzky neu errichtet.
1882 wurde die Pfarrkirche renoviert und erhielt die Gestalt, die ihr bis
1934 erhalten blieb.
Nach 1870 kamen verschiedene geistliche Orden nach Mauer: 1873 die Mechitaristenkongregation
in die Maurer Langegasse 34-36, am Beginn des 20. Jhdts. die Redemptoristinnen,
die 1908-1909 die Klosterkirche errichteten (nunmehr Pfarre Erlöserkirche,
Ecke Endresstraße - Rudolf-Zeller-Gasse). 1953 kamen die Servitinnen, die zunächst
eine Schule führten (jetzt Volksschule der Erzdiözese Wien) und bis 2008 das
Seniorenheim St. Josef (Haymogasse 110; jetzt zum „Haus der Barmherzigkeit“ gehörig) leiteten. Seit 1961 wirken die Ursulinen
mit ihrer Schule (Franz-Asenbauer-Gasse 49) hier.
Ab der Wende zum 20. Jahrhundert nahm die Bevölkerung Mauers rasch zu, die alte
Pfarrkirche wurde zu klein und war ein Verkehrshindernis. Nach ersten Plänen, die durch den Ersten Weltkrieg gestoppt wurden, wurde schließlich 1934 mit der Erweiterung nach Plänen
Clemens Holzmeisters begonnen. 1935 wurde der Grundstein zur „Tiergartenkirche“ St. Hubertus und St. Christophorus gelegt (damals reichte das Gebiet der Marktgemeinde
Mauer bis zum Hörndlwald). Die seelsorgerischen Aufgaben übernahmen dort die
Pallottiner.
1983 wurden der Kindergarten (Speisingerstraße 230) von der Caritas an die Pfarre übergeben und das neuerrichtete Pfarrzentrum nahm seinen Betrieb auf. Der Kindergarten wird seit 1.9.2009 von der diözesanen St. Nikolaus-Kindertagesheimstiftung betrieben.
Die Pfarrer von Mauer
| 15.11.1783 |
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11.1.1801 |
Pfr. Georg Maximilian Beneficiat Wechinger |
| 12.2.1801 |
- |
20.1.1807 |
Pfr. Joseph Bernardin Schmidl |
| 28.2.1807 |
- |
14.8.1809 |
Pfr. Arzenio Popowsky |
| 9.12.1809 |
- |
28.1.1814 |
Pfr. Kaspar Weyser |
| 29.4.1814 |
- |
24.6.1819 |
Pfr. Joseph Anton Pfister |
| 30.8.1819 |
- |
16.2.1823 |
Pfr. Jakob Reinberger |
| 7.6.1823 |
- |
24.8.1833 |
Pfr. Joseph Fichtl |
| 24.9.1833 |
- |
17.12.1833 |
Exkurrendoprovisor Andreas Gattereder |
| 17.12.1833 |
- |
20.4.1843 |
Pfr. Leopold Eckelhart |
| 20.4.1843 |
- |
2.8.1843 |
Provisor Peter Windbüchler |
| 4.5.1847 |
- |
3.7.1847 |
Provisor Joseph Neugebauer |
| 3.7.1847 |
- |
17.5.1851 |
Pfr. Joseph Job |
| 17.5.1851 |
- |
11.8.1851 |
Provisor Joseph Kopetzky |
| 11.8.1851 |
- |
13.4.1852 |
Pfr. Ignaz Klazar |
| 13.4.1852 |
- |
1.7.1852 |
Provisor Wenzel Günter |
| 1.7.1852 |
- |
10.12.1869 |
Pfr. Friedrich Zifka |
| 10.12.1869 |
- |
14.2.1870 |
Provisor Georg Wuschitz |
| 14.2.1870 |
- |
15.2.1901 |
Pfr. Jacob Lamm |
| 15.2.1901 |
- |
23.5.1901 |
Provisor Jacob Lamm |
| 23.5.1901 |
- |
30.6.1916 |
Pfr. Johann Nepomuk Schramm |
| 1.5.1916 |
- |
1.10.1916 |
Provisor Leopold Fischer |
| 1.10.1916 |
- |
25.9.1922 |
Pfr. Joseph Perutka |
| 25.9.1922 |
- |
1.4.1923 |
Provisor Johann Meyer |
| 1.4.1923 |
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1.12.1940 |
Pfr. Franz Gessl |
| 1.12.1940 |
- |
1.9.1942 |
Provisor Walter Koch |
| 1.9.1942 |
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11.11.1949 |
Pfr. Dr. Joseph Schoiswohl |
| 11.11.1949 |
- |
16.2.1950 |
Provisor Rudolf Walter |
| 16.2.1950 |
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31.3.1967 |
Pfr. Leopold Rosta |
| 31.3.1967 |
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1.9.1967 |
Provisor Kaplan Franz Piermeyr |
| 1.9.1967 |
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11.9.1984 |
Pfr. Ludwig Mitterhöfer |
| 1.10.1984 |
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31.5.1985 |
Provisor P. Anton Müller SJ |
| 1.6.1985 |
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2.6.1988 |
Pfr. Dr. Wolfgang Schwarz |
| 5.6.1988 |
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31.8.2002 |
Pfr. Prälat Dr. Rudolf Schwarzenberger |
| 1.9.2002 |
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Pfr. Mag. Georg Henschling |