AUSGABE JÄNNER 2010
Kennen Sie Erdely?
Vermutlich nicht. Transsylvanien schon, oder? Sicher aber ist Ihnen Siebenbürgenein Begriff. Und alles bedeutet dasselbe!
Bis vor 88 Jahren gehörte dieses Gebiet zu Österreich-Ungarn. Danach
wurde es durch den Vertrag von Trianon Rumänien zugesprochen. Siebenbürgen
ist sehenswert, ungefähr so groß wie Österreich heute, mit
vielen eindrucksvollen Städten und wundervoller Landschaft.
Ein verlassenes Kloster in Deva
Dort hat im Jahr 1993 ein junger Franziskaner Pater eine Aufgabe übernommen,
die schlicht hieß: Übernimm das Kloster in der Stadt Deva, das
uns die Kommunisten 1948 weggenommen haben. Csaba Böjte ging also nach
Deva, nahm das Kloster in Besitz und begann mit einfachstenMitteln einen jahrelangen
Kampf gegen die Bürokratie der Behörden und die Armut und das Elend
der Bevölkerung. Ja, genau so muss man es sagen! Sein Mut und seine Beharrlichkeit
haben im Laufe der Jahre ein Werk geschaffen, das seinesgleichen nicht findet.
Denn die Projekte des P. Csaba sind beispielgebend!
Pater Csaba
Vor mehr als 18 Jahren war der erste Kontakt von Gerti Werner zu Pater Csaba
geknüpft worden, der damals ein Jugendzentrum in Dej leitete. 1993 bekam
er den erwähntenAuftrag, das Kloster zurückzuerobern. Die Anfänge
waren bescheiden, es fehlte an allem, was zum Leben nötig war. Lebensmittel,
Kleidung, finanzielle Mittel nur bedürftige Kinder gab es im Überfluss!
Die Idee der Patenschaften
In der Pfarre Mauer sprach es sich herum. Es leben dort Kinder in desolaten
Verhältnissen, wie wir sie uns nicht vorstellen können. Wir müssen
helfen! Die Idee mit den Patenschaften war geboren und seit Februar 1995 wird
für das Projekt Deva gesammelt. Pater Csaba bekam von den
Paten eine in diesem Ausmaß wohl niemals geahnte Unterstützung.
Heute sind es mehr als 100 Patenschaften, auf die der rührige Franziskaner
baut, und er weiß, dass er sich auf uns verlassen kann.
Nicht nur aus Mauer, aus Laab im Walde, aus der action 365 und eigentlich
aus
ganz Österreich kommen die Spenden. Monat für Monat, Jahr für
Jahr.
Die Reise
Freunde besuchen einander, auch wenn sie weit weg beheimatet sind, und Freunde
sind wir, die Paten und Unterstützer der Stiftung Hl. Franziskus,
geworden. Seit 1995 fährt immer wieder
eine kleine Gruppe von Maurern und Laabern und von der action 365 zu P. Csaba
und den Kindern. Anfangs beschränkte sich unser Besuch auf die Stadt
Deva, dann kamen immer mehr
Stützpunkte hinzu heute umfasst die Stiftung Hl. Franziskus
mehr als 50 Häuser, in denen mehr als 1.500 Kinder in verschiedenster
Weise betreut werden. So ist die Reise für all jene gedacht, die an den
Projekten des Pater Csaba interessiert sind, aber auch dieses wunderschöne
Land kennen lernen möchten und selbstverständlich eine Reihe
von Csabas Projekten in
Siebenbürgen!
Erhard Alexitsch
AUSGABE MAI 2009
P. Csaba, ein Freund zu Gast
Mit großer Freude haben wir – das sind viele Paten, Förderer
und Freunde, die Pater Csaba seit Jahren verbunden sind – ihn zur gemeinsamen
Feier der hl. Messe am 22. März begrüßt. Jedes Jahr kommt
er uns in Wien-Mauer besuchen, und jedes Mal ist es, als hätten wir uns
erst kürzlich gesehen.
Es ist unglaublich, was er in den letzten Jahren mit seiner „Kinderschutzeinrichtung“, der Stiftung Hl. Franziskus, geschaffen hat. Aus einer abenteuerlichen Aktion, in der er 1993 das von den früheren Machthabern Rumäniens enteignete Kloster in Deva zurückeroberte und für seinen Orden und sein Projekt in Besitz nahm, wurde ein großartiges Werk. Zu Anfang gab es viel Arbeit am desolaten Gebäude und viel Ärger mit den verblüfften Behörden, die nicht wahrhaben wollten, dass dieser Franziskanerpater sich erdreistete, den Willkürakt von 1948 auf seine Art zu korrigieren. Aber auch unbeschreiblich viel Freude in der Aufbauarbeit, die schon bald einer stattlichen Anzahl von Kindern zugutekam, die in trostlosen und teils elenden Verhältnissen leben mussten. Csaba schuf für sie menschenwürdige Unterkünfte, ein geborgenes Zuhause – und die Bekanntschaft mit Gott. Das Kloster in Deva war aber nur der Anfang die Mitte seines Wirkens, schon bald erweiterte der unermüdliche Pater seinen Aufgabenbereich. Er getraute sich über gewaltig anmutende Projekte und begann, das Netz für seine segensreiche Tätigkeit immer weiter zu spannen. Dies im Vertrauen auf die Liebe Gottes und den finanziellen Rückhalt, den auch wir ihm zu einem guten Teil bieten konnten. Heute sind es fast 50 Stätten in ganz Siebenbürgen, die nicht weniger als 1.800 Kindern die Chance auf ein hoffnungsvolles Leben bieten.
In der Agape nach dem Gottesdienst dankte Csaba uns allen, besonders aber
Gerti Werner. Sie war damals schon, als sie Csaba kennenlernte, davon überzeugt,
diesen Menschen mit seinen Ideen nach besten Kräften unterstützen
zu müssen. Und das ist mit den Patenschaften wahrlich gelungen! In der
Gewissheit, dass wir als seine Freunde ihn weiterhin mit Gebet und finanziellen
Mitteln unterstützen, trat er die Heimreise an. Wir freuen uns auf ein
Wiedersehen!
Erhard Alexitsch
Wenige Tage nach seinem Besuch erreichte uns die folgende Nachricht:
Vor 18 Jahren, als ich noch Seelsorger war in Dej, hat mich eine sehr liebe Dame aus Wien besucht, Gerti Werner, und es war gut mit ihr zu beten, zu diskutieren, zu träumen. Als junger Priester habe ich begeistert von einer besseren, brüderlicheren Welt geredet, und sie hat leise zugestimmt und ist eine liebe Mitstreiterin geworden. Sie ist nach Wien gefahren und hat ihren Freunden über unsere Träume und Pläne berichtet – und ist auf ein positives Echo getroffen. In der Pfarre St. Erhard-Mauer und in der action 365 haben sich viele Schwestern und Brüder auf unsere Seite gestellt. Diese beinahe 100 Gleichgesinnte zählende Gruppe hat uns still aus dem Hintergrund mit ihrem Glauben, Gebeten und auch finanziell unterstützt. Dadurch wurde das Fundament der Stiftung Hl. Franziskus gelegt, und so konnte die erste Kinderschutzeinrichtung in Deva eröffnet werden. Sie unterstützen gewissenhaft unsere Arbeit seit 16 Jahren, ich besuche sie jährlich, um über unsere gemeinsamen Kinder zu berichten, von der Arbeit, die ohne ihre Unterstützung nicht möglich gewesen wäre. Letzten Sonntag habe ich sie wieder besucht.
Gott soll Eure treue Liebe und Zuversicht vergelten, woraus im Laufe der Jahre das Lachen vieler Kinder, viele gute Noten und viel weißes Brot geworden sind.
P. Csaba OFM, 25. März 2009

| AUSGABE FEBRUAR 2008 |
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Liebe österreichische Schwestern und Brüder! Aus ganzem Herzen wünsche ich Euch ein frohes, erfolgreiches, glückliches Neues Jahr. Neben meinen Glückwünschen möchte ich Euch über unsere schöne große Familie informieren. Über die Familie, die wir gemeinsam gegründet haben, als wir die armen Kinder von der Strasse aufgenommen haben. Rückblickend auf die vielen Jahre wundere ich mich selber über das selbstverständliche Vertrauen, mit dem wir 1992/93 begonnen haben. Ich habe Euch vertraut, dass die versprochene Unterstützung von Euch kommen wird, und Ihr habt mir vertraut, dass die großherzige Spende dafür verwendet werde, wofür sie gewidmet war. Und wir alle haben daran geglaubt, dass die armen Straßenkinder erziehbar und formbar sind und dass in dieser schönen Arbeit auch die aus der kommunistischen Diktatur gerade herausgekommenen rumänischen Behörden integriert werden können. Vertrauen! Und jetzt, unsere Kinder betrachtend, kann ich es kaum glauben, dass unser Vertrauen so wunderbare Früchte gebracht hat! Wie Ihr wisst, haben die damals kleinen und unversorgten Kinder nicht nur 4 Klassen Volksschule absolviert, sondern viele von ihnen lernen bereits an der Universität und anderen Hochschulen. Der erste Junge, den wir in 1992 aufgenommen haben, Zoltán, hat im vergangenen Sommer sein Diplom nach fünfjährigem Studium an der Wirtschaftsuniversität erhalten. Und danach kommt eine Reihe Anderer, die beweisen, dass das Vertrauen auch im 21. Jahrhundert Früchte trägt! Viele sind aus Deva weggegangen, um in höheren Schulen weiter zu studieren, dennoch sind unsere Häuser nicht leer geblieben. Viele neue Kinder klopfen immer noch an die Türen unserer großen Familie, und kein Bett bleibt leer. Mit Freude kann ich berichten, dass nicht nur Deva, sondern auch unsere anderen Häusern komplett voll sind und momentan mehr als 700 Kinder in unseren 16 Kinderschutzzentren wohnen und erzogen werden. In diesem Bericht möchte ich mich hauptsächlich auf unsere erwachsen werdenden Kinder konzentrieren. Vor drei Jahren ist es uns gelungen, in Klausenburg für die dort Studierenden ein Haus mit 300 m² Fläche zu erwerben. Dieses Haus war im ersten Jahr ausreichend groß, jedoch bereits im Vorjahr schon zu klein für 30 Studierende, und so mussten einige in sehr teure Untermieten ausweichen. In Anbetracht dessen hat der Provinzial unseres Ordens ein schönes Grundstück zur Verfügung gestellt, wo wir ein Studentenheim für etwa 50-60 Personen bauen könnten. Nun haben wir begonnen zu planen, zu träumen, nach entsprechenden Sponsoren zu suchen, um die Unterstützung zu bekommen für dieses sehr schöne, aber kostspielige Unternehmen. Bis jetzt hat eine aus norwegischen Studenten bestehende Gemeinschaft mit viel Liebe und Begeisterung ihre Unterstützung zugesagt. Wir hoffen und beten für den Segen des allmächtigen Gottes, damit wir dieses Studentenheim für unsere Kinder tatsächlich bauen können. Wir wollen für jene Kinder bauen, die ohne unsere Unterstützung nicht einmal vier Klassen der Unterstufe hätten absolvieren können. Sie haben uns vertraut, haben auf uns gehört, als wir sie ermutigt haben zu lernen, damit sie eine Zukunft haben. Sie haben gelernt, und ich fühle, dass es gut wäre, für sie das Tor für ein weiteres Studium zu öffnen. Ich danke aus ganzem Herzen, dass unsere lieben österreichischen Schwestern und Brüder bis jetzt uns immer die Treue gehalten haben und bei allem hinter uns gestanden sind. Auf Gott vertrauend beten wir, dass alles, was für uns mit viel Liebe getan wurde, jene ewigen Schätze hervorbringt, die von Rost und von Motten nicht zerfressen werden, sondern für das ewige Leben erhalten bleiben. Gott gebe es, dass diese Kinder, die für Eure Güte hier auf Erden nicht danken können, dann im ewigen Leben für Euch und für Eure Familien betend dafür danken, was Ihr für sie selbstlos getan habt. Mit der Liebe der minderen Brüder wünsche ich Euch nochmals ein glückliches Neues Jahr. Pater Csaba
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| AUSGABE APRIL 2007 |
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Mein Wienbesuch! Aus Gottes Gnaden bin ich aus Wien mit Marika Pal, Robert Karda, und Krisztina Csekö, die ab ersten März für die Verbindungen zu unseren westlichen Freunden verantwortlich ist und in unserem neuen Büro in Budapest arbeiten wird, zu Hause angekommen. Livia Szilvai, die vor Krisztina für diese Arbeit zuständig war, hat geheiratet und im Frühjahr erwartet sie bereits ein Baby. Gottes Segen soll ihr Leben weiterhin begleiten. In Wien gibt es eine liebe österreichische Gruppe, die von der Gerti-Tante geleitet wird. Und die ersten strategischen Unterstützer unserer Stiftung haben für viele, viele Kinder die Rettung bedeutet, denn was sie von uns in Deva und in Siebenbürgen bekommen haben, können sie nur ihnen verdanken. Für diese Güte können wir unserem allmächtigen Herrgott nicht oft genug danken. Das Treffen mit ihnen, obwohl durch die sprachlichen Probleme etwas erschwert, gehört zu den schönsten Minuten meines Lebens, weil ihr ehrliches Vertrauen und ihre bedenkenlose Liebe mir sehr oft geholfen haben, die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Ich hätte nie gedacht, dass Menschen, die so weit weg von uns leben, so gut sein können und uns so viel bedeuten werden. Gottes Segen soll sie alle begleiten, besonders dem ältesten Mitglied der Gruppe, das heuer 100 Jahre alt wird. Auch konnten wir hier in Wien Joachim Klinger und seine liebe Mitarbeiterin aus Linz treffen, die uns bereits seit Jahren liebevoll und tatkräftig unterstützen und oft besuchen. Diese lieben österreichischen Schwestern und Brüder haben uns durch viele Schwierigkeiten begleitet und immer wieder ermuntert. Ich glaube, ohne ihre Hilfe wäre unsere Stiftung im Jahr 1993 nicht lebensfähig gewesen. Es ist wunderbar, dass diese Gruppe von Unterstützern unsere Arbeit noch immer aufmerksam verfolgt, wie sich die Kinder entwickeln. Nicht nur aus der Ferne, sondern auch an Ort und Stelle wollen sie im Herbst unsere Häuser besuchen, um die Kinder, die aus ihrer Güte groß geworden sind, zu umarmen. Wir verrichten unsere Arbeit nicht nur mit Liebe, sondern aus Liebe, denn alles das, was die Kinder mit gütiger Liebe von uns bekommen, wir auch von anderen Menschen aus Liebe erhalten. Was könnten wir demütig für all das zurückgeben, als unsere in Gebet gefasste Danksagung an den Allmächtigen und an seine gütigen Kinder. Der Herr soll es geben, dass die Liebe und die Güte, Solidarität und Gnade unsere Welt gestalten soll, nach dem Bild des liebenden Gottes. Mit dankbarem Herzen, Pater Csaba
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