Unser Projekt in Deva, Rumänien
Frühere Berichte
Deva, den 6. Dezember 2011
Liebe Freude!
Im Laufe des Jahres haben wir sehr viel Liebe und Güte von unseren Unterstützern bekommen. Sie kamen oft, wie ich in meinem Schreiben, als gute Rentiere zu Hilfe, damit Gottes Fürsorge und die den Kindern helfende Liebe ihr Ziel erreicht. Dafür möchte ich mich jetzt anlässlich des kommenden Weihnachtsfestes aus tiefem Herzen bedanken.
Bruder Csaba
Das Lied der kleinen Zita
In der Adventzeit denke ich mit Freude erfüllt an jenen vorweihnachtlichen Tag zurück, als ich die kleine Nachtigall unter den Kindern von Deva kennengelernt habe.
Am ersten Tag der Winterferien fuhr ich nach Dorobanti, um die Kinder für die Feiertage nach Deva zu bringen. Ein kleines blondes Mädchen, die in die sechste Klasse ging, wandte sich mit einer Bitte an mich: "Pater, bringen Sie mich in mein Dorf, wo Sie mich vor einem Jahr weggeholt haben!" Ich wusste, dass sie kein Zuhause dort hatte, so stellte ich verwundert die Frage: "Wo möchtest du hin?" Die Antwort kam: "Wissen Sie, Bruder Csaba, in dem Dorf leben noch mindestens zehn Kinder, die noch nie ein Geschenk zu Weihnachten bekommen haben. Wissen Sie, wir haben auch kein Geschenk bekommen, erst als wir zu Ihnen, ins Heim, gekommen sind." Dann erzählte sie, dass ihr Geschenk war, abends im Dunkeln lange Spaziergänge im Dorf zu machen und zuzuschauen, wie schön die geschmückten Weihnachtsbäume durch die Fensterscheiben leuchten. "Ach, Mädchen", seufzte ich tief, "seht ihr, es ist spät und dunkel und die Straße ist rutschig, und wir haben nicht einmal ein Geschenk, um es mitzunehmen!" Die Mädchen antworteten auf einmal: "Doch, wir haben Geschenke, wir haben welche vorbereitet! Der Nikolaus hat uns Vieles mitgebracht und auch von unseren Pausensnacks haben wir Einiges aufgehoben. Wir haben nun zehn kleine Tüten."
Ich konnte schwer ein Wort hervorbringen, fuhr stumm im Schneefall weiter und die Finsternis, die im Dezember so schnell kommt, bedeckte allmählich alles. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht gut genug war um mich in einen Engel zu verwandeln, aber vielleicht könnte ich zu einem Rentier werden, das den Schlitten zieht! Ich habe ja kein Geschenk, aber ich könnte den Kindern helfen, damit ihr Geschenk ankommt! So machten wir uns, in dem winterlichen Abendgrauen, von großer Liebe erfüllt, auf den Weg.
Es war neun Uhr, als wir ankamen. Wir besuchten eine Familie nach der anderen, und zuletzt kamen wir zu einem kleinen, alten Holzhaus mit einer Veranda im Szekler-Stil. Im Haus war kein Strom, drei kleine, liebe Mädchen hockten um eine einzige, flatternde Kerze. Ihre Mutter, selbst ein zerbrechliches Kind, empfing uns und stand bescheiden in der Tür. Unsere Kinder, wie wahre Engel, sangen mit klarer Stimme die schönsten Weihnachtslieder. Ich stand in der Tür, wie es sich einem wohl erzogenen Rentier gehört, in einer dunklen Ecke, und sah mit tränenden Augen zu, wie meine Kinder großzügig ihre Geschenke verteilten. Es war schön, die Gesichter der Kinder zu betrachten, Güte erleuchtete und durchdrang ihr Lächeln und die Gesichtszüge sowohl der Schenkenden als auch der Beschenkten. Die Mutter sagte dann sanft: "Ach, Pater, sie haben die Engel gebracht! Ich wollte Sie schon seit Herbst darum bitten, dass Sie meine Tochter, die größte, Zita, zu sich nehmen, weil ich sie nicht zur Schule schicken kann. Sie müsste in die erste Klasse."
Zita hat in Deva immer gesungen, so habe ich mich auch gar nicht gewundert, dass János Bródy, der Komponist sie, als beste Sängerin unter den zweitausend Kindern ausgesucht hat. Bródy hat nämlich eine CD zugunsten unserer Stiftung zusammengestellt, wo Kinder aus der Stiftung mit populären Musikern Lieder gesungen haben. Seitdem singt die kleine Zita überall, wo wir hingehen, mit Mut und Freude. Mich erinnert sie immer wieder, wenn ich auch nicht wie ein Engel lieben kann, dass ich tun sollte, was ich tun kann.
Der Gesang der kleinen Zita, ihre schöne und reine kindliche Stimme beweist mir mehr als alles andere, dass man die Großzügigkeit Gottes nicht übertreffen kann. Ja, ja, an dem Tag, wo ich sie nach Deva mitnahm, dachte ich, ich würde etwas geben, und es hat sich herausgestellt, dass in Wirklichkeit Gott mich mit einem wundervollen kleinen Mädchen beschert hat. Ich bin überzeugt, dass durch sie nicht nur ich, sondern wir alle reicher geworden sind.
Alles Liebe,
Bruder Csaba
Deva, 17. September 2011
Ich bete um Gottes Segen für das Schuljahr 2011-2012
Liebe ErzieherInnen und LehrerInnen!
Das Schuljahr 2011/2012 hat begonnen! In der ersten Woche des Unterrichts
habe ich mehrere Kinderschutzhäuser und Tagesheime besucht. Nächste
Woche werde ich, mit Gottes Hilfe, noch mehr Kinderschutzhäuser besuchen.
Während dieser Besuche habe ich zwar von vielen Problemen gehört,
trotzdem schien es, dass die Voraussetzungen für eine ehrliche Arbeit
überall vorhanden sind. Die lokalen Behörden, Schulen, unterstützen
unsere Arbeit mit den Schülern, mit unseren Kindern überall. Mit
vielen Pfarrern, Bürgermeistern und Schuldirektoren habe ich über
die vergangenen Ferien, dem begonnenen Schuljahr, über die Probleme und
die kommenden Freuden und Sorgen gesprochen. Nach all den Gesprächen
hat mich ein Gedanke nicht losgelassen: wie könnte man beflügelnde
Wünsche, Hoffnungen, Sehnsüchte, in den Herzen der Pädagogen
und in den Herzen der Kinder wecken.
Ich glaube, dass nicht das Geld, nicht die äußeren Umstände,
sondern eine in den Menschen lebende Sehnsucht, ein innerer Hunger nach Wissen,
unsere Schritte lenkt.
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Es wäre sehr wichtig, viel mehr über die Ziele des Menschen zu reden,
darüber, dass Gott uns, den aus Staub geschaffenen Menschen, eingeladen
hat, die in uns schlummernden Talente entfalten, und dann einmal mit unserem
Schöpfer und unseren Brüdern an einen Tisch zu setzen.
Die vor uns liegenden Möglichkeiten sind unendlich! Es ist gut zu leben,
zu sein, in Bewegung zu sein, zu träumen, zu schaffen, zu sehen, dass
die hier und dort gesetzten Samen austreiben, Knospen und Blüten hervorbringen.
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Es wäre wichtig, unseren Kindern beizubringen, dass sie lernend die äussere
Welt aufbauen - und in Wirklichkeit sich selber aufbauen. Der Lehrer, der
Erzieher, ist nur wie ein Trainer neben dem Champion. Die Bezahlung ist das
Brot, das Essen in deiner Tasche, tatsächlich jedoch ist der Weg, die
Entfaltung das Wichtige. Unsere Taten, unsere Anstrengungen, all die Arbeit
die wir mit Liebe und Ehrlichkeit auf uns nehmen, wirken auf uns selbst positiv.
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Das Schuljahr und all seine Stunden sind weitere Stufen unserer Entfaltung,
unserer Menschwerdung. Die Mütter haben unseren Körper auf die Welt
gebracht, aber unsere geistige Entwicklung hängt von unseren eigenen
Anstrengungen, von unserer täglichen Arbeit ab.
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Es ist sehr wichtig, dass die Kinder, die Jugendlichen verstehen, dass man
keine Angst haben muß vor den körperlichen Anstrengungen, vor den
oft monotonen, langen Märschen, denn jeder Schritt macht stärker
und führt in einen unbekannten, wunderbaren Morgen. Das Lernen, Begreifen
und Behalten eines bestimmten Stoffes macht nicht unseren Kopf überflüssig
voll, sondern es erweitert unseren Horizont, nützt unseren Talenten,
wie der Sport, welcher unsere Muskeln stählt und stärkt. Dem mutigen
Menschen stehen im Leben unglaubliche Perspektiven offen.
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Verliere keine Zeit mit dem Sammeln von unnötigem, wertlosem Gerümpel!
Belaste dich nicht mit solchen "Schätzen", die von den Motten
und dem Rost zerfressen werden - sagt unser Herr und Meister, und Er wird
dich nicht betrügen. Warum solltest du, wie die Pharaonen Pyramiden bauen,
von "Schätzen" vollgestopft? Du selbst bist der wahre "Schatz"!
Du selbst bist wertvoll, das Einzige, das Ewige, was du mit dir nehmen kannst,
alles andere ist Ballast, das deinen Flug nur behindern kann.
Ich weiss, der am Weg, der in Bewegung ist, dem könnte ein Unfall passieren. Ohne dein Wollen könntest du in deiner Umgebung jemandem weh tun und du könntest auch verletzt werden, aber fürchte dich nicht, du bist nicht aus Porzellan, und Gott wird nicht gleich beleidigt sein, wenn Er einige deiner kleinen Irrtümer und Fehltritte sieht. Er möchte, dass du deine Talente nicht furchtsam in die Erde vergräbst, sondern mit Zinsen einsetzt, die fünfzigfache, hundertfache Früchte als Ergebnisse bringen. Gott weiss ganz genau, dass Er dich aus einer Handvoll Staub erschaffen hat, und deine Schwächen und Grenzen dich immer wieder hinunterziehen. Er selbst ist auch gestolpert, dennoch ist Er wieder aufgestanden!
Obwohl die Arbeiter ihren Lohn verdienen und wir in unseren Taschen eine
Wegzehrung brauchen, bin ich dennoch überzeugt, dass nur eine reine Sehnsucht
und der Glaube, die lebendige Hoffnung für die Lehrer und Schüler
Flügeln verleihen können. Ohne diese Gefühle bist du nur ein
Tagelöhner, der seine Noten oder den Tageslohn zählend dahin vegetiert.
Mit diesen Gedanken wünsche ich ein von Gott gesegnetes, erfolgreiches
Schuljahr.
P. Csaba
(Istvan Hochbaum)
Bericht über das Schuljahr 2010 / 2011
Im Namen der Stiftung Heiliger Franziskus verfasst am 15. Juli 2011 von Csaba Böjte OFM
Auf dem Gebiet der Diözese Alba Iulia haben wir in den folgenden Orten unseren Dienst geleistet:
Deva
Die Leiterin hier ist Cecilia Palkó. Das Schuljahr haben wir mit 41 Mitarbeitern und 184 Kindern beendet. Sechs Kinder haben die 12. Klasse abgeschlossen. Unsere größeren Kinder besuchen die Schule in der Stadt und das hat auch seine Konsequenzen. Die gängige Denkweise, die Bequemlichkeit hat auch meiner Meinung nach in einigen Fällen zum Schwänzen der Schule und dazu geführt, dass einige nicht lernen wollten. Unsere größte Aufgabe ist, die Kinder und Erwachsenen zu ermutigen und ermuntern. Unser größtes Ziel ist hier aber auch in den anderen Häusern, dass die Kinder das Lernen und die Arbeit gern machen und achten.
Die Gebäude des Kinderheimes werden nach und nach renoviert, letztes Jahr haben wir die Wasser- und Abwasserleitungen und die Sanitärvorrichtungen in dem einen Block ausgetauscht und renoviert, in diesem Jahr möchten wir die Fenster austauschen. Arbeit gibt es immer, es ist mir klar, dass es nicht genügt, etwas zustande zu bringen, auch das Aufrechterhalten der Dinge ist eine riesige Herausforderung. Wie es aussieht, braucht man unsere Arbeit auch leider in der Zukunft, die Mitarbeiter in Deva können sich auch nicht zurücklehnen, denn es gibt immer und immer wieder Familien, die in ihrer Not zu uns kommen, dass wir ihre Kinder annehmen. Leider müssen wir unsere Fachschule schließen, alle Schüler möchten aufs Gymnasium, und die jetzige Schulpolitik scheint auch das als Ziel zu setzten.
Orastie
Ernö Menyhárt und seine zwölf Mitarbeiter haben das Schuljahr mit 74 Kindern beendet (44 wohnen im Heim, 30 sind Hortkinder und sind in der Nachmittagsbetreuung). Die Mehrheit der Kinder kommt aus der Stadt oder der Umgebung. Nach der vierten Klasse wechseln die meisten nach Deva, gehen dort in die weiterführende Schule und finden auch meist schnell Anschluss. Seit zehn Jahren funktioniert das Haus als Kinderheim und strahlt Frieden und Ruhe aus. Ohne große Schwierigkeiten kann das Haus seinen Aufgaben nachgehen.
Petrosani
Éva Ács, die Leiterin des Hauses Herz Jesu, hat im vergangenen Schuljahr mit 23 Mitarbeitern 107 Heimkinder und 60 Hortkinder betreut. Gott sei Dank wird unsere Arbeit sowohl vom Pfarrer Pater Rezsö Varga als auch von den staatlichen Behörden unterstützt. Die Leiterin des Hauses ist auch stellvertretende Direktorin der örtlichen Grundschule geworden, so besteht hier eine stabile Kooperation der beiden Einrichtungen. In diesem Haus sind sehr viele Kinder, wir haben leider nur einen kleinen Hof um das Gebäude, für viele ist die Muttersprache schwierig, deswegen wäre es schön, im Laufe des Sommers Ferienlagen und Ausflüge zu organisieren, die Kinder zu mobilisieren und zur Bewegung veranzulassen. Freiwillige sind hier herzlich willkommen.
Alba Iulia
László Böjte hat hier ein Haus mit 34 Kindern geleitet. Hier ist auch das zweite Haus fertig geworden. Natürlich hat das auch eine große Last bedeutet, aber wir hoffen, dass nach dieser gut gemachten und anstrengenden Arbeit das nächste Schuljahr leichter wird. Ich glaube, dass es sich gelohnt hat, in dieser historischen Stadt für die Zukunft der Kinder hart zu arbeiten.
Rimetea
Iringó Karczagi, die Leiterin des Hauses hat mit ihren drei Mitarbeitern 29 Kinder betreut. Jahrelang haben wir nach entsprechendem Personal für dieses von der Außenwelt etwas abgeschottete Haus gesucht, denn im langen Winter gefällt es hier den Leuten, die an ein Großstadtleben gewöhnt sind, natürlich nicht. Jetzt habe ich das Gefühl, dass das Haus zu einer wirklichen Gemeinschaft von Erziehern und Kindern wird, und dabei spielt der liebe Herr Pfarrer Sándor Csiby eine große Rolle, der aus Cornesti die Kollegen und Kinder in Rimetea regelmäßig besucht und betreut.
Klausenburg
Im Studentenwohnheim für Mädchen, in dem Internat Heilige Klara bereiteten sich unter der Leitung von Magdolna Maria zwanzig Mädchen auf ihre Zukunft vor. Sie besuchen alle eine Universität oder Hochschule, ebenso wie die Jungen, die im anderen Ende der Stadt ihr Internat haben. Die Entwicklung des Feingefühls und der Anspruch auf Ordnung bei den Jungen sollten bei allen unserer Einrichtungen von den Leitern ständig angestrebt werden. Am wichtigsten wäre die Erziehung der größeren Jungen (zwischen 14 und 18 Jahren), denn ihr Leben sollte die Früchte unserer erzieherischen Anstrengungen der langen Jahre und unsere Leistung im Kinderschutz tragen.
Sovata
In dieser schönen Bäderstadt hatten wir zwei Häuser zur Verfügung. Im Haus des Heiligen Josef hatten wir 84 Kinder in neun Sozialfamilien. Im neuen Haus, das wir vor Kurzem zur Ehre der Heiligen Jungfrau eingeweiht hatten, haben 31 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 ein neues Zuhause gefunden. Insgesamt waren dort 115 Kinder und Jugendliche unter der Leitung von János Lengyel und seinen 15 Mitarbeitern. Das Schuljahr ist ohne größere Schwierigkeiten vergangen. Auch wenn die Kinder auch hier keine Engel sind, glaube ich, müssen wir uns ihretwegen nicht schämen. Dank der Arbeit von Noémi Pápai, ist die Dokumentation, die wir den Behörden gegenüber vorlegen müssen, immer pünktlich und up to date.
Gherorghe Doja
Hier wird das Haus der göttlichen Gnade von Éva Bajkó und ihren drei Mitarbeitern geleitet. Sie haben das Schuljahr mit 15 Kindern beendet. Im Herbst letzten Jahres haben die Kinder dieses Haus bezogen und die Ruhe und der innere Frieden der Leiterin des Hauses haben die Sorgen und Schwierigkeiten, die es anfangs gab, gelöst. Es ist schön, in diesem Haus zu verweilen und Mittag zu essen (die Leiterin war früher auch Köchin), und zu sehen, dass sich die Kinder, die vor kurzem hergekommen sind, schön entwickeln und größer werden. In dieser protestantischen Gegend ist es uns gelungen, mit den Leuten hier und dem Pastor eine sehr gute Beziehung aufzubauen.
Lazarea
Im Gyergyó Tal, in Lazarea, hatten wir zwei Sozialfamilien mit 57 Kindern. Hajnal Csergö und ihre 12 Mitarbeiter haben die Kinder betreut. Außer den Heimkindern hatte man hier noch 22 Kinder, die täglich im Hort eine Betreuung hatten. Mit der Unterstützung von Ungarn, die in Australien leben, konnten wir in unserem zweiten Heim am Tatárdomb vier neue Sozialfamilien beherbergen. Die Häuser sind fertig, aber die Umgebung müssen wir noch nach und nach verschönern. Es ist eine große Herausforderung, aber wir hoffen, wir werden es schaffen.
Miercurea Ciuc
Sieben Mitarbeiter und Melinda Erzsébet Balázs haben im vergangenen Schuljahr 74 Jugendliche betreut. Vier von den Jugendlichen haben die 12. Klasse beendet. Wie schon geplant, haben wir aus unseren Heimen und Horten in der Umgebung nur Jugendliche ab der 9. Klasse angenommen. Es war eine große Aufgabe, das Gebäude des alten Gymnasiums zu renovieren und wieder Leben reinzubringen. In Demut kann ich aber bestätigen, dass wir Gott, unseren Unterstützern und Mitarbeitern es verdanken, dass wir alle Schwierigkeiten überwinden konnten. Unserer Planung gemäß könnten wir im nächsten Jahr noch 20 bis 25 Schüler aufnehmen. Nachdem wir das Gebäude renoviert haben, möchten wir den dazu gehörenden drei Hektar großen Garten verschönern. Zu Ehren der Heiligen Jungfrau zu Miercurea Ciuc (Wallfahrtsort, bekannt für die Wundertaten der Gottesmutter) möchten wir hier den "Garten Mariens" mit fünfzehn Höfen anlegen. Ich bin stolz darauf, dass wir diese Einrichtung in meiner Geburtsstadt errichten konnten.
Tusnad
Tibor Kolozsvári leitet mit seinen fünfzehn Mitarbeitern das Kinderheim Heiliger Ladislaus. Sie hatten 131 Kinder zu betreuen, wovon 101 Kinder im Heim gewohnt haben, 20 kamen nur zum Mittagessen und in die Nachmittagsbetreuung. In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Haus schön entwickelt. Von hier haben wir einige Kinder auch nach Ghimes Faget gebracht und wir planen ebenfalls, von hier Kinder und Mitarbeiter in das neue Haus, nach Kászon hinüber, zu bringen.
Ghimes Farget
33 Kinder haben hier unter der Leitung von György Ciobotaru und seinen fünf Mitarbeitern gewohnt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Haus, aber auch seine Umgebung verschönert. Ich glaube, die hier wohnenden lieben Kinder entwickeln sich körperlich und auch geistig wohl. Ich glaube, dass dieses Haus eine Brücke zwischen den Csángos in Moldova und Ghimes sein wird und wenigstens zum Teil die Sorgen der hier in Armut lebenden Familien auf sich nimmt.
Kovászna
In dem Haus genannt nach dem Seligen Vilmos Apor haben 27 Kinder in drei sozialen Familien das Schuljahr beendet. In den Nachmittagshort kamen täglich 20 Kinder. Die Einrichtung wurde von Noémi Kolozsi und ihren sechs Mitarbeitern geleitet. Das Haus ist uns mittlerweile zu eng geworden, so haben wir im Dachgeschoss angefangen, eine neue Wohne herzurichten.
Im Széklerland (dem Gebiet im Osten Siebenbürgens) werden noch vier Heime gebaut. Das Heim in Kászon und das Internat in Gheorgheni möchten wir schon in diesem Jahr in Betrieb nehmen. In Borsec möchten wir in diesem Sommer mit den Bauarbeiten beginnen, damit das Haus im Jahre 2012 wenigstens zum Teil fertig ist. In Targu Mures haben wir im Tudor Viertel ein sehr schönes, aber auch sehr renovierungsbedürftiges Gebäude geerbt, die Übernahme ist jetzt auf offiziellen Wegen.
Horte
Nicht nur Kinderheime, sondern auch Horte, in denen die Kinder, wo möglich, ein warmes Mittagessen und Nachmittagsbetreuung bekommen, werden von uns in ganz Siebenbürgen angeboten.
Eremitu
Anna Hegyi sorgt hier mit ihren zwei Kolleginnen für die Nachmittagsbetreuung.
Unser Hort, genannt nach dem Heiligen Emerich wurde von 33 Kindern täglich
besucht.
Miercurea Nirajului
Frau Aranka Puiu betreut mit ihrer Kollegin zwei Hortgruppen mit 39 Kindern.
Iliesi
Tünde Demény hat das Schuljahr mit 20 Kindern beendet.
Curteni
Beáta Ivácson hat hier eine Gruppe von 20 Kindern betreut.
Valea Izvoarelor
Levente Benedek hat hier 17 Kinder geleitet.
Praid
Ágnes Kovács hat hier mit ihren zwei Mitarbeiterinnen zwei
Hortgruppen betreut. Sie hatten 36 Kinder in zwei Gruppen, die in dem Haus
Heilige Barbara, im Zentrum der Stadt gelegen, unterbracht worden sind.
Salina Praid
Magdolna Nagy hatte hier eine Gruppe von 20 Kindern, bestehend aus ausschließlich
Roma Kindern.
Ocna de Sus
Margit Gagyi hat das Schuljahr mit 23 Kindern abgeschlossen. Sie hatten ihren
Hort in einem von der Stiftung erworbenem und schön renoviertem Bauernhaus.
Hier gibt es auch ein Gästezimmer, wo wir Gäste und freiwillige
Mitarbeiter herzlich willkommen heißen
Ocna de Jos
Ilona Kacsó hat sich hier um 18 Kinder gekümmert.
Lupeni
Áron Pakot leitet hier 17 Kinder in einem schönen Haus mit Garten.
Das Gebäude und den Garten hat ein großzügiger Unternehmer
zur Verfügung der Kinder gestellt.
Dealu
Anna Mihály hatte hier den Hort mit 45 Kindern und einer Mitarbeiterin geleitet. Da wir hier mit der Heizung Probleme hatten, möchten wir an diesem sonst schönen Gebäude einige Fenster austauschen. Ein lieber Unterstützer aus Ungarn hat uns ein schön renoviertes Holzhaus mit Veranda zur Verfügung gestellt. Hier würden wir auch gerne Freiwillige im nächsten Schuljahr beschäftigen.
Sancraiu
Szerénke Bálint hat hier das Schuljahr 2010 / 2011mit 17 Kindern
angefangen und beendet. Im Gebäude möchten wir im Sommer ein Badezimmer
herrichten.
Varsag
Kovács Margit hatte in diesem Schuljahr 17 zur Betreuung. Hier hatten
wir vom Bürgermeister ein schön renoviertes Gebäude bekommen.
In diesem schön gelegenen Dorf hat die Stiftung auch eine Wohnung, so
können wir hier Gäste und Freiwillige herzlich willkommen heißen.
Zetea
Erzsébet Zsombori hat vom Bürgermeister ein neues Gebäude
bekommen, wofür wir uns auch hier bedanken möchten. Im Sommer werden
wir hier auch renovieren. Das Schuljahr hatten wir mit 19 Schülern beendet.
Satu Mare
46 Kinder wurden hier betreut im "Haus der Solidarität", geleitet
von Kató Olosz. Das ist eines unserer schönsten Häuser.
Capalnita
Katalin Both hat hier das Schuljahr mit 24 Kinder angefangen und beendet.
Hier müssten wir auch ein Badezimmer herrichten.
Vlahita Noua
Anna Derzsi hatte hier 20 Hortkinder.
Vlahita
Mária Elekes beschäftigte sich hier mit 25 Kindern.
Carta
Unter der Leitung von Anna Gyenge befinden sich hier zwei Gruppen von insgesamt
30 Schülern. Sie haben Räume in der örtlichen Schule zur Verfügung
bekommen.
Sancominic
In diesem Jahr haben wir hier ein schönes, neues Gebäude gebaut
und zu Ehren von Áron Márton eingeweiht. Hier haben wir zwei
Hortgruppen mit 31 Kindern. Sie werden von Ilona Albert geleitet.
Cetatuia
Mária Bedö hat das Schuljahr mit 19 Kindern beendet. In diesem
Gebäude, das wir von der örtlichen Kirchengemeinde bekommen haben,
müssten wir auch renovieren.
Gherorgheni
Hier haben wir zwei Gruppen von Schülern im ehemaligen kirchlichen Schulgebäude
zur Nachmittagsbetreuung. Réka-Magdolna Bencze leitet hier den einen
Hort und mit 22 Kindern hat sie das Schuljahr beendet. Die andere Gruppe von
17 Schülern wurde in der Schule Kós Károly von Emese Erzsébet
Mezei betreut.
Ditrau
Júlia Bíró und ihre Kollegin hat hier im staatlichen
Schulgebäude zwei Gruppen von insgesamt 42 Schülern zur Nachmittagsbetreuung.
Auch hier wäre es gut, ein Badezimmer zu bauen.
Jolotca
Mária Magdolna Tamás hat das Schuljahr mit 24 Kindern abgeschlossen,
sie hatten ein Klassenzimmer von der staatlichen Schule bekommen.
Sarmas
Tünde Rotár hat hier die Nachmittagsbetreuung geleitet, 22 Schüler
haben sich für das Schuljahr 2010 / 2011 angemeldet und 21 Kinder haben
auch bis zum Schulschluss den Hort besucht.
Remetea
Ágnes Ferencz hatte hier 28 Hortkinder.
Catunul Joseni
Renáta György Mózes hat hier mit 26 Kindern gearbeitet.
Ciumani
Beáta Ambrus hat hier das Schuljahr mit 22 Kindern beendet. Hier möchten
wir auch im Laufe des Sommers einiges renovieren.
Suseni
Emilia Páll hatte hier 17 Kinder zu betreuen.
Joseni
Julianna Ferencz hat mit 25 Kindern das Schuljahr angefangen und beendet.
Hier würden wir auch gerne noch eine Toilette ausbauen.
Valea Strâmba
Die Erzieherin Erika Molnár hat hier eine Gruppe von 20 Kindern geleitet.
Der nette örtliche Pfarrer würde uns noch eine ehemalige Lehrerwohnung
zur Verfügung stellen. Diese müssten wir dann etwas umgestalten
und sie könnte auf Dauer den notdürftigen Kindern des Dorfes dienen.
Borsec
Kozma Éva-Teréz hatte 17 Schüler zu betreuen. Hier haben
wir auch angefangen, ein Kinderheim zu bauen für Kinder, die dort wohnen
würden. Innerhalb des Gebäudes möchten wir auch einen Raum
für die Hortkinder sichern. Bislang hatten wir einen Raum im Pfarrhaus
zu diesem Zweck benutzen dürfen.
Hidegség
Hier hatten wir eine Gruppe von 23 Kindern. Der örtliche Pfarrer hat
uns hier sehr intensiv unterstützt. Beáta Tímár
hat die Kinder hier betreut.
Bükszád
Mária Neagu hat den Hort mit 41 Kindern angefangen und mit genau so
vielen das Schuljahr beendet. Hier möchten wir im Sommer ein Haus nach
dem Muster in Sandominic erbauen.
Esztelnek
In dem Heim Heilige Rita hat Edit Csibi mit ihrer Kollegin und 40 Kindern
das Schuljahr angefangen und erfolgreich beendet. Hoffentlich können
wir hier im Sommer ein neues Bad für die Mädchen und auch eines
für die Jungen installieren.
Leliceni
Die Erzieherin Éva Márthi hat das Schuljahr mit 14 Kindern beendet. Während des Sommers werden wir aus dem Raum der Pfarrei in ein Gebäude, das uns das Dorf angeboten hat, umziehen können.
Unsere Einrichtungen auf dem Gebiet der Diözese Oradea
Salonta
Wir haben das Schuljahr mit 85 Kindern und 12 Mitarbeitern beendet. Wir haben
hier viele geschickte und kluge Kinder. Mit den örtlichen staatlichen
und kirchlichen Behörden pflegen wir einen guten Kontakt. Im Laufe des
Sommers möchten wir die Küche und den Esssaal verschönern und
noch zwei Wohnungen mit Kindern füllen. Am Ende des Jahres übergibt
Mária Pál die Leitung des Hauses an István Makai. Marika
danken wir für ihre bisherige gewissenhafte Arbeit und auch dafür,
dass sie die Sorgen angenommen hat, unser neues Haus in Targu Mures zu starten.
Galospetreu
In unserem Kinderheim, genannt nach der Hl. Dreifaltigkeit, hat Edit Jelnic
das Schuljahr mit 26 Kindern und drei Mitarbeitern beendet. Die schöne
ländliche Lage des Hauses gibt uns die Möglichkeit, Kindern hier
ein naturnahes und gesundes Zuhause zu geben.
Sacueni
Hier hatten wir zwei Gruppen mit 38 Kindern, Erzsébet Galamb war hier
die Leiterin. Wir haben hier die Villa Stubenberg übernommen, sie wird
noch renoviert und wir möchten sie im Sommer 2012 übergegen.
Diosig
Die Erzieherin Éva Pongor hat das Schuljahr mit 20 Kindern angefangen
und beendet. Hier haben wir für das Heim nur eine vorübergehende
Lösung gefunden, wir suchen noch nach einem endgültigen Wohnheim.
Simonyifalva
Beáta Szabó hat hier das Schuljahr mit 30 Kindern beendet,
in einem modernen Gebäude, das wir von dem Bürgermeister angeboten
bekommen hatten. Hier möchten wir uns dafür herzlich bedanken.
Ádea
Éva Gizella Koncsek hat hier 21 Kinder geleitet.
Chisineu Cris
Die Erzieherin Mária Bálint hatte hier 21 Kinder.
Zerind
Piroska Tyukodi hat hier 20 Kinder betreut.
Einrichtungen in der Diozöse Timisoara:
Dorobanti
Melinda Györfi hat hier mit zwei Mitarbeitern und 22 Kindern das Schuljahr
beendet. Dieses Kinderheim wurde nach Padre Pio genannt. Die Schönheit,
die Stille und die natürliche Ausstrahlung des Heimes ähnelt, wie
ich es mir vorstelle, dem einstigen Zuhause der Heiligen Familie in Nazareth.
Jimbolia
Piroska Márkó hat hier mit einer Mitarbeiterin und 20 Kindern
das Schuljahr beendet.
Arad-Gáj
Éva Bojoievschi hatte hier neun Kinder mit einer Mitarbeiterin zur
Betreuung. Ich bin mir sicher, dass man hier auch unsere Kinderschutzarbeit
braucht und dass die junge und gut qualifizierte Leiterin alle Probleme bewältigen
kann. Dabei wird ihr der nette Pfarrer, Pater Tivadar Sándor, helfen.
Majláth
Mit sechs Heimkindern und 21 Hortkindern hat Róbert Csatlós mit zwei Mitarbeitern das Schuljahr beendet. Wir haben in einem Gebäude Platz bekommen, das uns die Direktorin der Schule angeboten hatte. Diese beispielhafte Partnerschaft ist die Garantie dafür, dass das Heim weiter funktionieren kann.
(Livia Kortmann)
Deva, im Juli 2011
Mit großer Liebe und "väterlichem Stolz" möchte ich den Brief eines meiner "Söhne" mitteilen. Razvan habe ich aus der Stadt Piski in unser Kinderheim aufgenommen, er kam damals in die erste Klasse. Als er in die 9. Klasse kam, war er ein Heranwachsender. Er hat viel rebelliert und plötzlich hat er sich entschieden, dass er arbeiten gehen würde und das Heim verlassen wolle. Nach zwei Jahren ist er wieder zurückgekommen, hat mich weinend umarmt, wir haben uns versöhnt, ich habe ihn zurückgenommen, nun macht er in diesem Jahr Abitur.
Viele haben Bücher von den Geheimnissen des Wallfahrtsorts Miercurea
Ciuc geschrieben. Mir scheint, der nette Junge hat es gleich begriffen und
das große Geheimnis zum Ausdruck gebracht.
Pater Csaba
Bericht über die Pfingstwallfahrt in Miercurea Ciuc
Ich habe mich schon immer danach gesehnt, an der Pfingstwallfahrt nach Miercurea Ciuc teilzunehmen, aber bislang hatte ich keine Gelegenheit, diesen Traum zu verwirklichen.
Wie ist es gekommen?
Vier Tage vor der Wallfahrt fragte mich Pater Csaba, ob ich bereit wäre, im Zug, in dem die Pilger zur Wallfahrt kommen, Zeitungen und einige Bücher, die der Pater geschrieben hatte, zu verkaufen. Ich konnte und wollte nicht nein sagen, denn damit hatte ich die Möglichkeit bekommen, an der Wallfahrt teilzunehmen. So nahm ich sein Angebot an und stieg am Freitag um 15 Uhr in den berühmten Zug ein, wobei ich nie gedacht hätte, einmal mitfahren zu dürfen.
Am Pfingstsamstag bereiteten sich die Pilger schon um sieben Uhr auf den Weg vor. Ich verspätete mich leider und kam erst auf dem Hügel an, als die Predigt schon angefangen hatte. Als ich einen Platz fand, wo man die Predigt hören konnte, blieb ich stehen.
Auf einmal fing es an, sehr stark zu regnen, aber alle hatten einen Regenschirm oder einen Regenmantel dabei. Man zog sich die Sachen schnell an, niemand ging von der Messe weg, auch als es noch so stark geregnete. Obwohl ich durch und durch nass war, ging auch ich nicht weg, weil ich dachte, dass ich Gott nur so zeigen kann, dass ich Ihn liebe. Ich war ganz verblüfft, dass es aufhörte zu regnen, als wir die Hymne sangen, und dass es danach wieder zu regnen anfing.
Ich kam nach der Messe, nass bis auf die Haut und voller Schlamm, wieder vom Berg runter, und ich kann ehrlich sagen, dass ich nicht merkte, wie klitschnass ich war, dass es kalt war, aber auch nicht, dass ich müde war. Ich fühlte mich im Geist frisch und rein, dieses Erlebnis hatte ich noch nie zuvor gehabt.
Es war wert, auf den Hügel zu klettern, lange in der Menschenmenge zu stehen, auch als es so schüttete, das Erlebnis war das alles wert. Es ist wert, dem lieben Gott zu vertrauen, Ihm zu folgen, sich für Ihn zu bemühen!
Lieber Pater Csaba, ich habe Ihnen all das nur erzählt, weil ich darauf gekommen bin, warum Sie für uns kämpfen, warum Sie tun, was Sie tun, und ich bin darauf gekommen, warum Sie nie aufgeben. Ich weiß, der liebe Gott erfüllt Sie mit solch einem Gefühl, das ich hatte, das man nicht erklären kann. Ich danke Ihnen vielmals dafür, was Sie für uns tun, und für diese Tage in Miercurea Ciuc.
Der Herr segne Sie, beschütze Sie und gebe Ihnen Gesundheit, damit Sie fortsetzten können, was Sie vor so langer Zeit schon angefangen hatten und was Sie so gut machen!
In Liebe,
Razvan Vermesan
15. Juni 2011
(Livia Kortmann)
Brief an unsere Unterstützerinnen und Unterstützer!
Csikszereda, 15.Mai 2011
Der Herr Jesus Christus hat im Laufe seines irdischen Lebens immer wieder gesagt, empfohlen, sogar befohlen, „Fürchtet Euch nicht!“ Papst Johannes Paul II., der große Prophet des XX. Jahrhunderts, hat in zahlreichen seiner Schriften, Predigten, Aussendungen, dieses Jesus-Wort in den Mittelpunkt gestellt: „Fürchtet Euch nicht!“
Liebe Freunde, die uns unterstützen, mit schmerzerfülltem Herzen muss ich nun niederschreiben, dass in Siebenbürgen leider noch immer sehr viele Kinder leben, die sich fürchten, traurig und einsam sind, weil sie verlassen wurden, weil sie hungern und an Kälte leiden, weil ihr Leben aussichtslos zu sein scheint. Und es ist unglaublich schön, im Namen Jesu Christi sich zu ihnen hinunter zu beugen und in eurem Sinne, liebe UnterstützerInnen, zu sagen:
„Mein liebes Kind, fürchte dich nicht, komm, da ist das Badezimmer, da kannst du dich baden, wir werden deine Haare in Ordnung bringen, deine Nägel schneiden und suchen dir schöne Kleider aus, dann kannst du dich schön anziehen, du wirst wieder hübsch und gepflegt sein.
- Hast du keine Bleibe? Keine Wohnung, können deine Eltern nicht für dich sorgen? Sei nicht traurig, fürchte dich nicht, schau her, da ist ein kleines Haus, wo du auch ein zu Hause finden kannst, mit einem warmen Bett, mit einem schönen Platz, wo du deine Aufgaben schreiben kannst, und für den nächsten Tag lernen kannst.
- Sei nicht traurig, wenn das Lernen nicht geht, die Erzieherin wird dir alles erklären, dir helfen, dann wirst du alles verstehen und du bist so geschickt, dass du dann mit ihrer Hilfe alle Aufgaben lösen kannst. Siehst du, du brauchst dich nicht zu fürchten, denn viele, sehr viele gute Menschen haben einander die Hände gereicht, für dich, ja auch für dich, damit du nicht mehr von Furcht gelähmt werden sollst!“
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer! Im Namen des allmächtigen Gottes danke ich Euch für Eure tägliche Unterstützung! Es ist unglaublich schön, in Eurem Namen die von Angst zitternde Hand des Kindes zu ergreifen, um mit einigen Worten der Zuneigung und des Vertrauens zu erklären, dass es sich in dieser Welt nicht fürchten soll, denn es gibt viele gute und weise Erwachsene, die in schöner Gemeinschaft seine Probleme und Sorgen lösen wollen und können.
Es ist gut, im Namen des auferstandenen Christus liebevoll zu sagen: „Fürchtet Euch nicht!“ Und es ist wunderbar zu sehen, wie das vorher noch gequälte Gesicht des Kindes sich in Frieden und Ruhe zu entspannen beginnt, bei einem heißen Bad oder bei einem guten Mittagessen.
„Fürchte dich nicht!“ – und fühle, dass das Kind deine Worte förmlich trinkt –, denn alle Probleme sind lösbar! Du bist nicht in einer Sackgasse gefangen! Vertraue darauf, dass dich sehr viele lieben und dich nicht verkommen lassen! Nach den guten Worten kehrt in der Seele des Kindes Ruhe, Zuversicht und Tatkraft wieder ein. Es beginnt dankbar zu lernen, sich zu entfalten, zu einem erwachsenen Menschen zu entwickeln. Die tagtäglichen kleinen Erfolgserlebnisse geben ihm Flügel, und so beginnt das Kind vor deinen Augen von Tag zu Tag schön zu wachsen. Vor dir, man kann sagen: in deinen Händen geboren, und dennoch fühlst du, dass es von sich selbst entfaltend, in ruhigen Tagen, jahrelang, zu einem weisen Erwachsenen gereift ist.
In dem geretteten Kind entfaltet sich nicht nur ein reifer, gescheiter, geschickter Erwachsener, sondern auch dein Tröster, denn deine gute Tat muss vergolten werden. Es kommt die Zeit, als du dein aus Staub geschaffenes Leben in die Hand deines himmlischen Vaters legen musst. Dann und dort vor Gott, zählt jedes Glas Wasser, das du jemals jemandem aus Liebe gegeben hast, zählt jedes getröstete, gerettete Leben eines Kindes viel mehr, als deine menschlichen Schwächen, sogar deine schuldhaften Verfehlungen. Ich glaube fest daran, dass deine mit dem Worten „Fürchtet euch nicht!“ gegebenen gütigen Spenden vielfach vergolten werden, und die von dir Getrösteten dankbar sein werden und beim letzten Gericht deine Fürsprecher und deine liebevollen Tröster sein werden!
In dankbarer Liebe
Pater Csaba
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Deva, den 23. März 2011
Liebe Unterstützer!
Gestatten Sie mir, dass ich Ihnen einige meiner Gedanken der Fastenzeit 2011
mitteile, wobei ich mich bei Ihnen von Herzen bedanken und ein von Gott gesegnetes
Osterfest wünschen möchte.
Ich bewundere Maria! Eine lebensfreudige und junge Frau, voller Träume
und Pläne für ihre Zukunft. Ich stelle sie mir vor, wie sie mit
ihrem Verlobten, Josef, über ihre gemeinsame Familie träumt, und
dann kommt plötzlich der Engel mit einem riesigen Auftrag, einer unbekannten
Aufgabe, die ihr ganzes Leben verändern soll, mit dem Willen Gottes.
Marias Größe besteht darin, dass sie dem lieben Gott ja sagen kann.
Sie kann all ihre Pläne loslassen, die sie bis dahin in ihrem Herzen
gehütet hatte, um ihrem Schöpfer ja sagen zu können. Es ist,
wie wenn ein Akrobat das sichere Trapez loslässt und sich mit einem Salto
Mortale in die Arme des anderen Artisten wirft. Maria lässt alles los,
stürzt sich ins Unbekannte, und die väterlichen Arme Gottes fangen
sie auf.
Der Mut des Menschen, der auf Gott vertraut, ist bewundernswert! Wir merken
es auch, insbesondere in der Fastenzeit, dass wir dieses oder jenes loslassen
sollten, um uns mit einem riesigen Schwung in Dinge zu werfen, die wir für
wertvoll, wichtig und für den Willen Gottes halten. Die Frage ist, ob
wir den Mut und die Lebenskraft der Gottesmutter haben. Ob wir den gewohnten
und bequemen Trott verlassen können, der uns zurückzieht und uns
nicht erlaubt, unsere Träume zu verwirklichen.
Ich weiß noch, wie schwer ich meine sichere und bequeme Stelle als Mechaniker
in einer kleinen Werkstatt verließ, um als Hilfsarbeiter in die Miene
zu gehen. Ich selbst verstand es auch nicht genau, warum ich auch wechseln
sollte, aber dort, tief in meinem Inneren, merkte ich, dass ich diesen Schritt
tun musste. Ich arbeitete hart unter Tage und dann, nach einem Jahr, an einem
schönen Frühlingstag, spürte ich, dass ich für den nächsten
Schritt reif wurde. Ich merkte, dass ich weiter gehen musste und mein Leben,
das einzige, mutig in Gottes Hände legen musste. Geführt von einer
Sehnsucht, die ich schon länger hatte, bewarb ich mich um die Aufnahme
ins Priesterseminar. Es war unglaublich schwer, die Freunde, das gewohnte
Leben, die vielen Bekannten und die Bequemlichkeiten loszulassen und mich
mit einem riesigen Salto Mortale in die ungewisse und geheimnisvolle
Zukunft zu werfen – und daran zu glauben, dass mich die Liebe Gottes
auffängt und mein übermutiger Sprung nicht in einem tödlichen
Sturz enden wird.
Im Seminar war es wunderschön, beinahe ohne Atem zu holen in eine unbekannte
und neue Welt zu fliegen. Mich schaudert es heute noch, wenn ich an die damaligen
Erlebnisse denke. Mitte zwanzig alles loszulassen und zwischen den Fangarmen
eines kirchenfeindlichen kommunistischen Regimes vertrauensvoll in die Arme
des liebenden Gottes zu gleiten. Dann, als ich schon geweihter Priester war
und verantwortlich für die Jugendarbeit, ließ ich den ruhigen und
konventionellen Lebensstil eines Priesters los, um Kinder anzunehmen und mich
in die „außergesetzliche“ und unendliche Ferne der
Liebe zu stürzen. Wie soll ich sagen? Jede neue Entscheidung ist
ein sicherer Tod, aber auch gleichzeitig die Erfahrung einer unendlich starken,
guten und dynamischen Kraft. Eine unglaubliche Freude lebt in mir, weil ich
es erfahren habe, dass Gott mich mit seinen starken Armen auffängt
und hoch hebt.
Wir brauchen Zeit, um zu verstehen, dass unser Leben nichts anderes ist, als
ein kontinuierlicher Todessprung ist, weil jeder neue Schritt, das mutige
Loslassen, ein Sturz ist in die Arme des fürsorglichen Gottes. Ein neuer
Arbeitsplatz, die Gründung einer Familie, Kinder zu bekommen, eine neue
Freundschaft oder Liebe, alles, aber alles ist ein kleinerer oder größerer
Sprung. Wenn wir diesen Sprung nicht wagen, kann sich unser Leben nicht weiter
entfalten, und wie der Heilige Petrus auf dem See Genezareth, fangen auch
wir an ,auf dem stürmischen Meer unseres Lebens zu sinken.
In diesen heiligen Tagen der Fastenzeit bete ich für Mut, dass wir wagen,
die nächsten Sturzsprünge, um die uns unser Herr bittet, zu tun.
Ich bete darum, dass wir wagen, unsere bequemen, vielleicht schon längst
überholten Stellungen loszulassen und die Vorhaben, die wir durch reine
Liebe in unsere Herzen gesetzt haben, Gott vertrauend zu erzielen. Dabei geht
es vielleicht lediglich um einen Führerschein, den Erwerb einer Fremdsprache,
oder aber um die Erfüllung einer reinen Liebe als Eheschließung.
Vielleicht ist dein Ziel, einer wunderschönen monastischen oder priesterlichen
Berufung nachzugehen. Ich kann es nicht wissen, welcher dein Weg ist, aber
es ist sicher, dass uns Gott auf dem Weg einer dynamischen Entwicklung und
Entfaltung leiten will. Sicher ist dein Ziel das Unendliche, so gibt es ein
immer weiter. Du musst es wissen, auf Erden gibt es kein Ankommen an einen
Ziel, es gibt nur entweder eine Pause, um kurz Atem zu holen,
oder ein tödliches Stagnieren. Hast du eine Familie? Das ist kein Grund
für ein träges Dahintreiben. Nehmt euch Zeit, um eure Pläne
zu besprechen, folgt eurem Ziel mit Vertrauen. Ein nächstes Baby bewusst
willkommen zu heißen, ist vielleicht euer nächster großer
Sprung? Oder setzt du den Grundstein eures Hauses, wovon ihr schon seit langem
geträumt habt? Ich weiß es nicht. Der liebe Gott will euch durch
die Sehnsucht eurer Herzen leiten. Eure schönsten Träume, das ist
Sein heiliger Wille!
Ich, dein kleiner Bruder, kann dich nur ermutigen. Hab keine Angst! Du hast
nur ein Leben, mach keine Kompromisse in lauwarmem Nichtstun, lass dich nicht
in deiner Bequemlichkeit gehen! Hab Mut, den sicheren Halt loszulassen, und
wage es, deine schönsten Sehnsüchte zu verwirklichen! Hab Vertrauen!
Wenn dir dein Herz das sagt, lass die Trapeze los und stürze dich in
die gähnende Leere! Hab den Glauben, dass du dich in die Arme des lebendigen
Gottes wirfst. Der Herr des Lebens wird dich auffangen und dich mit sicherer
Hand weiterleiten. Und dieses immer weiter, siehst du, das ist das Leben!
Fürchte dich nicht! Dein körperlicher Tod wird dein letzter Sprung
hier auf Erden sein, ein Loslassen, eine Erfüllung, ein mutiger Flug
in die Arme Gottes.
In brüderlicher Liebe,
Pater Csaba
Ostern 2011
(Livia Kortmann)
Besuch in Wien 2011
Eines des größten Wunder in meinem Leben ist die enge Freundschaft mit meinen Wiener Schwestern und Brüdern.
Im Herbst des Jahres 1992, als ich nach Deva gekommen war, haben mich Mitglieder der action 365 besucht. Sie haben mir eröffnet, dass sie jeden Tag des Jahres die Liebe unseres Herrn Jesus Christus erleben wollen. Aus diesem edlen Entschluss sind Taten geworden! Sie haben in Deva die ersten Kinder als Patenkinder angenommen, und diese Kinder Tag für Tag mit einem Stipendium unterstützt. Die Summe war nicht hoch, 1 Euro pro Tag, aber Gott sei gedankt, ich konnte in den vergangenen fast zwanzig Jahren damit jeden Tag fix rechnen. Ihrem Beispiel folgten seither viele, viele Menschen, insbesondere aus der Pfarre Mauer.
Mit der Wärme meines ganzen Herzens danke ich für ihre Güte, danke für das große Wunder der Liebe, welche fähig ist, Grenzen und lange, lange Jahre zu überwinden.
Ihre andauernde gütige Gegenwart hat mir Kraft gegeben, in den schweren Jahren durchzuhalten und meine Arbeit gewissenhaft fortzuführen. Ich glaube, sie haben uns nicht nur finanziell unterstützt, denn die persönliche Treue, die ich gefühlt habe, hat meinen Glauben an die Menschheit grenzenlos gestärkt. Ihre ausdauernde Güte und Treue ist mir und meinen Kindern ein immer währendes Beispiel geblieben.
Für all das sage ich mit der Demut des Franziskaners im Gebet herzlichen Dank!
P. Csaba
"Mit Gott ins Gespräch kommen"
Dies war das Thema der Predigt von P. Csaba, als er im Pfarrzentrum der Pfarre
Mauer-
St. Erhard am 18. Februar zu Gast war.
Wir waren eine große Gemeinschaft, ungefähr 70 Paten und Interessierte aus der Pfarre und der action 365. Nach der hl. Messe sangen die rumänischen Kinder - zuletzt ein Segenslied -, wobei sie ihre Arme ausbreiteten als Zeichen für "einander Segen sein".
Diesen Gedanken drückte P. Csaba immer wieder in den Berichten über die Entwicklung der Franziskanischen Gemeinschaft aus. Derzeit werden 2.200 Kinder in 63 Häusern, Familiengruppen und Tagesheimen betreut. Für den Erhalt des Unternehmens kommt der rumänische Staat zu 30% auf, ca. ein Drittel wird durch Patenschaften aufgebracht, der Rest durch Predigten "zusammengeschnorrt". Einen wesentlichen finanziellen Beitrag leistet auch der ungarische Staat.
In den letzten Jahren haben insgesamt 4 Millionen Jugendliche das Land verlassen; von P. Csabas "Kindern" leben nur 10 (!!!) im Ausland. Fast alle Jugendlichen erreichen Maturareife, 70 - 80% studieren weiter (in Klausenburg leben derzeit 18 Studenten und 20 Studentinnen in zwei Häusern); 25 Absolventen arbeiten derzeit innerhalb der Stiftung P. Csabas. Leider wird in Rumänien die so notwendige handwerkliche Ausbildung vernachlässigt - es gibt kaum Lehrstellen und keine Fachhochschulen.
P. Csabas Herzensanliegen sind funktionierende Familien; er führt ausführliche Beratungsgespräche mit den Ehepaaren, denn kein Erzieher kann die leiblichen Eltern ersetzen. In einem Mutter-Kind-Heim wohnen junge Mütter in Gemeinschaft mit älteren, erfahreneren, um von diesen zu lernen. Neu gegründet wurde ein "Junge-Mütter-Club", um die Mütter auch in der Selbständigkeit des eigenen Wohnens und der Kindererziehung weiterhin zu unterstützen.
Nach Jahrzehnten der Enteignung hat der Franziskaner Orden einige seiner Grundstücke wieder zurückbekommen - auf einer 4 Hektar großen Fläche soll ein Wald, ein Garten mit Sträuchern und Blumen entstehen, in dem auch Kleintiere wohnen werden, um den Kindern auch die Natur nahe zu bringen. P. Csaba hat arbeitslose Eltern eingeladen, gegen einen angemessenen Lohn diese Aufforstungsarbeiten zu übernehmen.
Abschließend berichtete Erhard Alexitsch, dass durch die Neugründung des "Caritativen Vereins Kinder von Deva" seit 2010 die steuerliche Spendenabsetzbarkeit gegeben ist. Nachdem die steuerliche Abwicklung über die Caritas läuft, ist die Spendenbestätigung für 2010 auch von der Caritas ausgestellt worden, d.h. die Spender erhalten eine Bestätigung über Spenden an die Caritas! Die 100%ige Verwendung der Spenden für die Kinder ist dadurch jedoch nicht beeinträchtigt; nach wie vor wird das gespendete Geld der Paten persönlich an P. Csaba übergeben.
Seit fast 20 Jahren fühlen wir uns mit P. Csaba und den Kindern zutiefst verbunden. Der Herr hat uns zusammengeführt, uns eine Aufgabe gegeben, die wir gemeinsam weiter erfüllen wollen. So wie es Gott in seinem Plan vorgesehen hat.
Mit einem herzlichen "Danke" an alle Beteiligten, einer Agape und Gedankenaustausch unter Freunden endete dieser Abend.
Gerti Werner
Ein Geschenk Gottes - Brief von Pater Csaba im Advent 2010
Liebe Freunde!
Liebe Unterstützer!
Gestatten Sie mir, mich bei Ihnen für Ihre großzügige Hilfe mit einigen Gedanken zu Weihnachten zu bedanken.
Ich wünsche Ihnen ein besinnliches Fest und dass Sie sich aus Herzen über Gottes liebstes Geschenk, Sein Christkind freuen können.
Der Mensch sehnt sich in seinem Innersten nach Freude, die nicht erlischt. Wenn man nach dieser Quelle sucht, findet man eine Person - und diese ist Christus.
Ein Geschenk! Es ist so schön, daran zu denken, dass alles, was auf Erden existiert, ein Geschenk Gottes ist. Der blaue Himmel, unsere beiden Hände, alles, ja, alles. Es macht so viel Freude, die Dinge und Personen um uns mit diesem Glauben zu betrachten! Eigentlich könnte unsere Welt auch nur schwarz-weiß sein, wie auf dem Bildschirm alter Fernseher. Verstanden haben wir die Filme ja auch so! Was für ein Wunder ist es, dass Gott uns in Seiner überquellenden Liebe mit der Welt der Farben bescherte!
Hast Du schon an die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gedacht? Es könnte ja auch nur zwei oder drei geben. Gott hätte sagen können: "Hier habt ihr zwei Sorten von Gemüse: Salat und Rettich, und das war's." Wenn Du jemanden besuchst und mit einem 6-Gänge-Menü empfangen wirst, bedeutet es, dass Du wichtig für die Gastgeber bist, dass sie Dich lieben. Mit wie viel Obst und Gemüse hat Dich unser Herr bei Deiner Geburt empfangen! Bei den Autos gibt es ja auch keinen Sprit, der nach Vanille oder Schokolade schmeckt, und sie fahren trotzdem! In Seiner überquellenden Liebe überhäuft uns unser Schöpfer mit Seinen Gaben, damit wir uns auf dieser Erde wohl fühlen. Unser Dasein ist auch ein Geschenk Seiner Liebe.
Bewundere Deine Hände! Sieg ihnen zu, wie Du streichelst, etwas greifst, Brot schneidest, schreibst oder hart arbeitest. Deine Hand ist ein schönes Geschenk Gottes. Deine Beine, mit denen Du läufst, Fußball spielst oder auch schwimmen kannst, sind alle Geschenke, Du hast sie umsonst bekommen. Eines meiner Kinder hatte einen angeborenen Herzfehler, eine seiner Herzklappen funktionierte nicht richtig. Die notwendige Operation hat 10.000 Euro gekostet. Meine vier Herzklappen arbeiten seit siebenundvierzig Jahren leise vor sich hin. Vier Herzklappen wären dann 40.000 Euro. Sie sind ein Geschenk, ich habe nichts für sie bezahlt oder gegeben.
Wenn Du verheiratet bist, ist es für Dich schön zu wissen, dass, bevor Du noch geboren bist, Gott ein Mädchen oder einen Jungen für Dich auserwählt hat. Er hat das kleine Wesen geformt und verschönert, um es Dir zu schenken. Eigentlich hätte er uns auf dieselbe Masche schaffen können. Oder er hätte zwei, drei Maschen machen können: eine blonde, eine braune und eine schwarze. Warum sollte es man auch kompliziert machen? Aber jeder Mensch ist anders. Gott wollte es so und für Seinen Reichtum und Seine Großzügigkeit loben wir Seinen Namen. Es ist wunderbar, den anderen als ein Geschenk zu betrachten, ein Segen und Gottes streichelnde Hand. Gott möge dich glücklich machen, deshalb beschert er Dich mit Deiner Frau, die Dich annimmt, ehrt und glücklich macht.
Es ist auch wichtig zu wissen, dass nicht nur der andere ein Geschenk für Dich ist, sondern auch Du ein Geschenk für ihn bist. Setz Dich hin und übergib Dich bewusst dem Gefühl, dass Du ein Geschenk, ein Segen bist. Gott liebt Deinen Partner so sehr, Er möchte ihn so sehr glücklich machen, dass Er ihn für Dich geschaffen hat. Du bist die Antwort auf seine Fragen, der Sinn, dass er früh aufsteht, dass er hart arbeitet. Dein Streicheln ist Gottes Dankbarkeit für seine Güte und sein ehrliches und reines Leben. Setz Dich in Dein Zimmer hin und übergib Dich diesem Gefühl! Du bist kein sinnlos herumtreibendes Blatt, das im Herbst vom Wind hin und her geweht wird, sondern ein Segen, ein Geschenk. Überlege mal, ist Dein Dasein wirklich ein Segen Gottes für den anderen? Dieser heutige Tag, der letzte Satz, den ich gesagt habe, war das wie ein Streicheln? Eine Umarmung? Ein Segen? Eine Heilung für die Wunden des anderen? Ein warmer Frühlingsregen, der in meinem Ehemann oder Ehefrau die ängstlichen Blumenknospen zum Blühen bringt?
Jeder wird reichlich von Gott mit Geschenken überhäuft. Wenn Du alleinstehend bist, hast Du die Gabe und Möglichkeit bekommen, ein Geschenk und Hilfe für andere zu sein, und jeder kennt die einzigartige, wahre Freude, die daraus entspringt. Wenn Du Priester bist, hat Dich unser Herr mit einem unglaublich großen Abenteuer beschert, denn Er teilt Seine Macht auf eine ganz besondere Weise mit Seinem Kind, das lediglich aus einer Handvoll Asche geschaffen ist. Der Priester schenkt wich wiederum Gott und Gott beschenkt Seine anderen Kinder mit dem Priester.
Gott hat ganz bestimmt niemanden geschaffen, damit er zu einem Fluch, einem Problem oder einem bitteren Skandal hier auf Erden wird. Der Herr möchte, dass wir alle auf unsere Weise zu Seinem Segen, Seinem Geschenk und zum Zeichen Seiner Liebe für unsere Familie, unsere Mitmenschen und unsere Kirche werden. Werde dazu, wozu Du geboren bist, wage Dich selbst anzunehmen und Du wirst glücklich sein!
Bruder Csaba
Aufwachen! - Brief von Pater Csaba vom 5. April 2010
Es ist Ostermontag! Ich fühle einen inneren Zwang, mit einem Kübel eiskaltem Wasser loszuziehen, um die Schlafenden zu wecken. Im Frühjahr 2010 will ich die mit dem kalten Wasser begießen, die mit sehr viel Zuwendung und Liebe, jahrelang von einigen gewissenhaften Priestern und Ordensleuten, alles beiseite lassend, gelehrt und erzogen wurden in diversen Schulen, Kollegien und Internaten.
Aufwachen, ehemalige Zöglinge von kirchlichen Einrichtungen!
Einige, vom Bösen befallene Priester wurden zu Recht enttarnt. Es ist sehr traurig, was sie getan haben, aber richtig, dass man darüber redet. Dennoch: ihr, die ihr so viele großartige, untadelig lebende Priester kennt, warum schweigt ihr?
Ja, wir müssen über dieses eine Prozent Priester reden, die die ihnen anvertrauten Kinder verantwortungslos verletzt und beschmutzt haben. Aber wir dürfen die anderen Priester, die sich mit unendlicher Güte und Liebe zu uns heruntergebeugt haben, nicht vergessen und auch darüber reden.
Ich kenne sehr viele Priester. Aber unter meinen Bekannten gab es keinen, der sich mir als Kind, mit böser Absicht unzüchtig genähert hätte. Alles, was ich als Wert in mir betrachte, habe ich größtenteils von untadelig lebenden, großherzigen Priestern, wie der kürzlich verstorbene Bischof Lajos Balint einer war, bekommen. Über ihn und über viele andere untadelig lebende Priester und Ordensleute kann ich nur das Beste und Schönste sagen. In den sechs Jahren des Theologiestudiums hat sich mir, aber auch meinen Studienkollegen, niemand in böser Absicht genähert. Das Seminarium in Weissenburg war für mich wahrhaftig ein Ort der Weisheit und ich denke immer mit überaus großer Hochachtung an meine Lehrer, Vorgesetzten und Bischöfe zurück. Unsere geistlichen Professoren haben für ihre selbstlose und aufopfernde Arbeit von dem komunistischen Regime weder Anerkennung noch eine Unterstützung bekommen - und dennoch haben sie die sehr mühsame Erziehungsarbeit auf sich genommen, haben mit unglaublicher Anständigkeit durchgehalten. Sie waren für mich, aber auch für meine Mitseminaristen, in allem Beispiel gebend.
Wachen wir auf am Ostermontag, denn mit unserem Schweigen werfen wir einen Schatten auf uns, weil die Außenstehenden nur das Böse hören, leicht verallgemeinern und glauben, dass die kirchlichen Einrichtungen der Hort des Bösen und Schmutzigen sind.
Wir werden von der Wahrheit, die wir kennen und erfahren haben, gefordert! Ich ermutige euch, dass ihr von einigen unserer lieben geistlichen Lehrer, Ordensbrüder als Erzieher den Schleier des Schweigens entfernt und darüber in Briefen und Berichten schreibt, wie viel Gutes und Schönes wir von ihnen, von Gott erfahren haben. Füllen wir die Presse, den World Wide Web mit der Lebensgeschichte von solchen, sich Gott widmenden Menschen, an die wir nur mit Stolz denken können. Lassen wir nicht zu, dass manche, noch gar nicht bewiesene Halbwahrheiten die kirchlichen Einrichtungen und Personen besudeln, die uns großzügig in einem Heim aufgenommen und zu unserer geistigen Geburt beigetragen haben.
Am Ostermontag wünsche ich allen ein Aufwachen mit frischen kaltem Wasser.
Pater Csaba Böjte
Deva, Ostermontag, 05.04.2010
Fürchtet euch nicht!! - Brief von Pater Csaba vom 3. März 2009
Viele fragen mich, unsere Kinder, meine MitarbeiterInnen, wie geht es weiter, was geschieht mit uns? Was wird aus der Stiftung, was passiert mit den Kindern? Was wird mit unserer Welt passieren in dieser großen Wirtschaftskrise? Mein Antwort ist ehrlich: Ja, ich fühle es auch, dass sehr schwere Zeiten kommen, eine harte Krise, eine Umstrukturierung, wo unsere Welt und auch unsere große Familie, unser Volk und die Kirche im Karpaten-Becken hineingeraten ist, dennoch bin ich überzeugt, dass wir stärker sind … Wir sind fähig, weiter zu gehen, die schwierigen Zeiten unserer Welt mit Ausdauer und Zusammenhalt zu besiegen.
In meiner Kindheit und auch später bin ich öfters in den Wäldern, die vom Sturm zerstört wurden, gewandert. Die Ausmaße der Zerstörung durch den Windbruch sind unglaublich. Im allgemeinen sind die kranken, alten Bäume betroffen und die, die nicht tief genug in den Waldboden wurzeln. Die größte Zerstörung ist aber dort sichtbar, wo die Bäume nicht dicht beieinander stehen. Dort, wo die Bäume sich gegenseitig durch ihre Stämme und Kronen nicht schützen, kann der Sturm enormen Schaden anrichten und ganze Waldgebiete vernichten. Das Herz bleibt einem stehen, wenn man sieht, wie die Baumriesen aufeinander gestürzt liegenbleiben, der Wald wird zu einen Friedhof, so weit das Auge blicken kann.
Stürme hat es immer schon gegeben und es wird sie weiterhin geben, dadurch erneuert sich, erfrischt sich die Welt, erneuert sich das Leben. Wie die tektonischen Platten ihren Platz durch gigantische Erdbeben suchen, bewegt sich und bebt auch die sich erneuernde gesamte Welt. Seit Jahrzehnten wird schon gesagt, dass diese auf noch mehr Konsum aufgebaute, dahinrasende Wirtschaft auf Dauer nicht aufrecht erhalten werden kann. Derjenige, der jeden Abend zweimal zu Abend isst, wird bald einen Gehirnschlag erleiden. Vergeblich packen wir alles Mögliche in unseren Rucksack, denn wenn er zu schwer wird, dann ist unsere Reise kein Vergnügen mehr sondern eine schweißtreibende Qual, und wir werden unser Leben lang so dahin stolpern, dass wir kein Auge mehr für die wahren Werte des Lebens haben. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es nicht möglich ist, für Jeden unnötigerweise 200 –300 m² große Häuser, Paläste zu bauen und mit allem möglichen, unnötigen Plunder vollzustopfen. Wie wir aus klugen Büchern die richtige Ernährung erlernen, so müssen wir auch die richtige Lebensweise schaffen, von leistbaren Wohnräumen, die Nutzung von Verkehrsmitteln erlernen. Natürlich nicht nur wir, sondern alle Teile der Bevölkerung, die Regierungen mit eingeschlossen. Wir sollten lernen, nur so viel von dem großen Topf zu schöpfen, dass für alle noch genügend übrig bleibt und die nächsten Generationen auch noch auf dieser Erde leben können.
Seid fruchtbar und vermehret euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, sagt der Herr in seinem ersten Gebot, vor dem Sündenfall. Ich glaube nicht, dass wir all unsere Früchte der Jahrtausende langen Entwicklung auf den Befehl Ghandis in den Meeren versenken sollten. Unsere materielle Entwicklung ist nicht schlecht, aber es ist nur das eine Bein des Menschen auf dem Weg des ewigen Lebens. Unser zweites Bein ist der lebendige Glaube, die uns nie verlassende Hoffnung, und die uns zu Brüdern und Schwestern zusammen schweißende christliche Liebe und Güte. Die zehn Gebote dienen als ein Kompass für all das, und das wegweisende Haupt-Gebot unseres Meisters, das Gebot der Liebe. Der an Gott glaubende Mensch weiß, dass er kein hoffnungsloser, tragischer Held ist, sondern ein Wanderer am schmalen, steilen Pfad, der zur persönlichen Ewigkeit führt. Der heilige Paulus hat auch als Zeltmacher gearbeitet, hat lange Schiffsreisen unternommen, und hat die Schrift, als das damals modernste Kommunikationsmittel dafür benützt, um uns unsterbliche Briefe zu schreiben, und seine Tage wurden von der Liebe zu Gott und seinen Mitmenschen geprägt. Er hat sich auf beiden Beinen bewegt und ist an seinem Ziel angekommen, kann an einem Tisch mit dem heiligen Petrus, am Tisch des Herrn sitzen. An dem Tisch, wo auch wir alle eine Einladung erhalten haben, wo es keinen ersten und keinen letzten Gast gibt, wo die Freude von Gott unsere Freude ist, und das vollkommene Glück wird uns ewig zuteil werden.
Sind wir in der Lage, uns zu erneuern? Neben der wunderbaren materiellen Kultur auch eine reife, erwachsene Kultur der Seele zu entwickeln? Damit wir nicht dahinstolpern auf dem Weg des Lebens, sondern mit festem Schritt uns zur unendlichen Liebe, zum Reich Gottes hin bewegen?
Ich vertraue nicht der Klugheit und dem Glück des aus Staub geborenen Menschen, sondern dem uns erschaffenden Gott, der Mensch geworden ist, und uns von den Blättern der Heiligen Schrift gesagt hat: „Mein Vater arbeitet unentwegt, und ich arbeite auch.“ Ich glaube, dass der an Gott glaubende Mensch stärker ist als die jetzige Wirtschaftskrise, dass diese mächtige Umstrukturierung nicht das Ende der Welt bedeutet, sondern eine Erneuerung bringt.
Fürchtet euch nicht, suchet den Weg, denn wir glauben daran, dass es weitergeht.
Herzlichst, Pater Csaba
B E R I C H T von Pater Csaba aus Deva, 24. Februar 2009
Der liebe Gott hat mich nicht für die Inventarisierung der Kinder bestimmt, sage ich manchmal spaßhaft, sondern das Leben zu lieben und zu dienen. Trotzdem habe ich mich jetzt bei der Weiterbildung der Tagesheim-Erzieher sehr gewundert, dass wir schon so viele sind und habe im Büro die Unterlagen angesehen. Ich habe nachgerechnet und zu meiner Verwunderung festgestellt, dass wir mit unserem neuen Haus in Szentkeresztbanya bereits mehr als eintausend Schulkinder in Tagesheimen betreuen. In den Kinderheimen werden bereits mehr als achthundert Kinder mit viel Liebe betreut. Ja, unsere Erzieher bereiten für mehr als eintausendachthundert Kinder täglich Schmalzbrote und Butterbrote und erziehen die Kinder mit Güte für das tägliche Gebet und ein ordentliches Leben in beinahe fünfzig Heimen.
Es war ein wunderbares Gefühl, im Bewusstsein dieser Tatsachen in der Kapelle in Homorodfürdö (Băile Homorod) während der Weiterbildung zu beten. Und ich habe daran gedacht, während die Erzieher leise gesungen haben, wer könnte es sagen, wie viele schöne Ehen geschlossen werden, und wie viele wunderbare Kinder als Frucht unserer ausdauernden, gutgemeinten Arbeit einst geboren werden. Ich habe mich sehr klein und zerbrechlich gefühlt und in Gedanken habe ich diese zukünftigen Kinder segnen wollen. Sehr oft fühle ich mich von den vielen Gewittern des Lebens zerrissen und von dem strengen Frost erstarrt, aber das Lächeln der vielen Neugeborenen, die von unseren wohlerzogenen Kindern im Erwachsenenalter in die Welt gesetzt werden, geben mir immer wieder die Kraft, weiter zu machen. Wenn ich auch tausendmal neu geboren werden würde, meine ganze Kraft würde ich dem Dienst des Lebens widmen, diese wertvollen Geschenke Gottes in Form von Kindern mit all meiner Kraft unterstützen.
Als Gnade Gottes ist es mir gelungen, jetzt am Jahresanfang, noch vor der Australienreise, die meisten meiner Mitarbeiter in der Weiterbildung für Erzieher zu treffen und viele unserer Häuser zu besuchen. Viele Erzieher haben vom letzten Halbjahr Berichte mit Fotos geschickt, wofür ich herzlich danke, und erwarte natürlich noch die ausstehenden.
Kinderheime:
In Deva hört man die Stimmen der friedlichen Arbeit. Csilla Szasz hat die Leitung des Hauses von Robert Karda erfolgreich übernommen, und wenn wir die – von uns schon gewohnte – harte Arbeit nicht rechnen, geht hier alles wie von alleine. In den Familien wird viel gelacht, gute Laune überwiegt, und mich haben heute viele Kinder herzlichst begrüßt nach der langen Reise. Wahrhaftig, ich fühle mich hier wie zu Hause, es ist schön, wenn die Kinder mich umarmen. Von unseren Aktivitäten in Deva möchte ich das Folgende erwähnen: Tee bei Zsoka, mit den Erzieherinnen. Es ist bereits auf unserer Homepage www.magnificat.ro hörbar. Wie ein kleines Radioprogram dient es auch für die Weiterbildung und Kommunikation. Das Zweite, wofür ich bete, ist das Zustandebringen einer Schnitzerwerkstatt, wo Luster und Vorhang-Karnischen hergestellt werden können. Es gibt einige junge Burschen, die bereits die Fachschule absolviert haben, und ich ermuntere sie, für unsere Häuser Gegenstände des täglichen Gebrauchs herzustellen, damit alle unsere Besucher sehen können, dass hier gutgelaunte, geschickte Siebenbürger-Szekler zu Hause sind.
Die bereits seit einiger Zeit eingearbeiteten Häuser bringen gute Resultate: Szaszvaros (Orăstie), Petrozseny (Petrosani), Zsombolya (Jimbolia), Gyulafehervar (Alba Julia), Kovaszna (Kovasna), Szarhegy (Lazarea), alle funktionieren ausgezeichnet. In diesen Häusern wird langsam das verwirklicht, was ich mir vor 15 – 20 Jahren erdacht, aber kaum für möglich gehalten habe.
Diese Häuser funktionieren schön selbstständig und gewährleisten den Kinderschutz eines ganzen Gebietes. Sie versuchen ihre eigenen Hilfsquellen auszubauen, dennoch halten sie weiterhin miteinander und mit der Zentrale sehr enge Verbindungen aufrecht. Für mich ist es immer eine Freude, unsere Häuser zu besuchen, denn ich kann die Gegenwart des Segen Gottes und die Liebe der Kinder und Erzieher spüren. Das Lachen der Kinder, ohne Beschwerden, wenn sie mich leise umarmen, beweist, dass wir am richtigen Weg sind.
Unsere Häuser in Kisiratos (Dobrobanti) und Torocko (Rimetea), die voriges Jahr mit einigen Problemen gekämpft haben, sind jetzt aus diesen Schwierigkeiten gestärkt hervorgegangen. Die neue Leitung arbeitet gut, wie das Sprichwort sagt: „Neue Besen kehren besser“. Es ist eine Freude, dorthin zu gehen, denn fröhliche Heiterkeit herrscht in diesen Häusern. In Kisiratos (Dobrobanti) ist das Ehepaar Györfi, und Melinda und Laci arbeiten unermüdlich, die Anzahl der Kinder wächst, und die schlechten Noten verschwinden – ich bin stolz auf sie. In Torocko (Rimetea) ist Iringo Karcagi und MitarbeiterInnen, die eine schöne Arbeit leisten, und ich kann sehen, dass auch unterhalb von „Szekelykö“ eine fröhliche Schar von Kindern lebt, mit einer natürlichen Heiterkeit, wie auch in allen anderen Häusern.
In Sovata, Salonta und Bad Tuschnad ist der Wechsel der Leitung gut gelungen. Die erprobten, erfahrenen MitarbeiterInnen können sich in die neue Situationen gut einordnen, werden von den anderen Kollegen gut akzeptiert, haben Freude an ihrer Arbeit. Nicht nur die bestehenden Standorte werden gehalten, sondern noch zusätzliche neue Aufgaben werden in Angriff genommen. In Sovata wird das hintere Gebäude, aus der Spende einer sehr lieben Dame weiter ausgebaut, zwölf neue Zimmer mit Badezimmer entstehen für die größeren Kinder. Davor ein großes Wohnzimmer nach Szekler Art, mit einem Holzofen fürs Brotbacken, wo man mit guter Laune frisch gebackenes Brot und Kuchen essen kann (der Backofen ist schon in Betrieb, wenn jemand vorbei kommt, kann er bereits in die Produkte hineinbeißen).
In Salonta wird schön langsam das dritte Kasernen-Gebäude fertig gestellt, hier wurden schon Gästezimmer eingerichtet, damit die nahezu siebzig Kinder zählende Großfamilie die Gäste und Freiwilligen viel besser unterbringen kann. Es gibt noch eine gute Nachricht von Salonta: die Stadtverwaltung hat auch die anderen zwei Kasernen uns überlassen. Es sieht so aus, dass durch eine großzügige Unterstützung auch diese Gebäude übernommen und renoviert werden können. In ein-, zwei Jahren könnte hier ein großes Kinderdorf mit 12 Familien entstehen und von unseren Besuchern besichtigt werden.
In Bad Tuschnad konnte bereits die achte Sozialfamilie gegründet werden, und ich fühle, dass hier die Kinder nicht nur in der Anzahl, sondern auch in allen anderen Aspekten schön wachsen und gedeihen. Jetzt werden gerade die Pläne für eine Thermalwasser-Heizung erstellt. Wenn das gelingt, kann das Heizproblem für dieses 1700 m² großes Haus sehr günstig gelöst werden, und es kann sich zu einer Perle unserer Kinderschutzeinrichtungen entwickeln.
Unser Mädchenkollegium in Csikszereda (Miercurea Ciuc) funktioniert auch schön. Es ist zwar momentan sehr voll, wir sind aber nicht verzweifelt, denn es wird an einem Heim in Csiksomlyo (Sumuleu) gearbeitet, und wenn Gottes segnende Hand weiter über uns ist, kann bereits zu Pfingsten die Hälfte des Gebäudes innen fertig gestellt sein.
In unserem Mutterheim in Arkos (Arcus) ist wieder ein Neugeborenes auf die Welt gekommen. Leider kann dieser liebe Säugling nicht bei seiner Mutter bleiben, denn die Behörden und auch wir halten die viel zu junge Mutter, die in einem staatlichen Kinderheim aufgewachsen ist, noch nicht für fähig, ein eigenes Kind zu erziehen. Es ist das erste Mal, dass ein Kind nicht bei seiner Mutter bleiben kann ...
Die Studenten und Studentinnen in Kolozsvar (Cluj Napoca) sind zwar nicht immer die Besten, denn sie sind in manchen Gegenständen nicht durchgekommen, aber sie gehören doch zu uns, und sind liebenswürdige junge Menschen. Ich habe sie öfters besucht, um gemeinsame Stunden miteinander zu verbringen, die mein Herz immer erfreut haben, und ich bin stolz auf sie. Jetzt planen wir einen großen Ausflug und hoffentlich können wir ihn im Frühling verwirklichen. Aus Gottes Gnade und durch die großzügige Unterstützung einer großherzigen Spenderin aus Kolozsvar, und durch die tatkräftige Hilfe der Studenten aus Norwegen wurde es möglich, das zweite Studentenheim fertigzustellen. Nach der Möblierung kann es im Herbst eröffnet werden.
Unsere Tagesheime wachsen und gedeihen. Einige haben sehr schöne Häuser bekommen. Das Heim in Parajd (Praid) habe ich dieser Tage besucht. Dieses schöne Haus in der Ortsmitte wurde im vergangenen Herbst eröffnet und beherbergt jetzt vierzig Kinder. Dank fleißiger Hände wird der erste Stock auch ausgebaut, und zu Pfingsten werden drei Zimmer mit Badezimmer den Pilgern zur Verfügung stehen. Weiters können wir hier Kinder, die öfters stark husten, für eine Therapie im salzhaltigen Bergwerk unterbringen.
Im Nyaradszereda (Miercurea Nirajului) können nicht nur die vierzig Kinder von unseren zwei Erzieherinnen mit viel Liebe betreut werden, sondern im Gästezimmer werden ehrenamtliche Mitarbeiterinnen herzlich erwartet. In Sofalva (Sărata) und Oroszhegy (Dealu) würden wir auch gerne freiwillige Mitarbeiterinnen unterbringen. In Kapolnasfalu (Căpilnita) und Esztelnek (Estelnic) haben wir erst jetzt unsere Häuser gekauft und fangen an zu renovieren. Ich denke, wir sind am richtigen Weg. Die Bürgemeister, Pfarrer, Schuldirektoren unterstützen unsere Arbeit und sind zu unseren Projekten sehr positiv eingestellt. Der Bürgermeister von Gyergyoujfalu (Suseni) hat uns dieser Tage ein sehr schönes Haus zur Verfügung gestellt, und der Pfarrer von Gyergyohodos (Hodosa) hat das ehemalige Haus des Kantors für unsere Kinder kostenlos angeboten. In Gyimeshidegseg (Ghimes) hat der großzügige Pfarrer den Kindern im Pfarrzentrum das Zimmer für den Religionsunterricht angeboten und unterstützt sie mit vielen guten Sachspenden. Viele Häuser bekommen alles Notwendige von der lokalen Bevölkerung. Zum Beispiel Brennholz vom Bürgermeisteramt, Lebensmittel von den örtlichen Gläubigen. Ich fühle, dass die meisten Tagesheime in den Gemeinden so gut integriert sind, dass sie auch ohne Unterstützung der Stiftung überleben könnten.
Aus Gottes Gnaden kann ich mit ruhigem Gewissen die Reise nach Australien antreten, denn die Kinder sind überall in guten Händen und in Sicherheit, die ErzieherInnen arbeiten sehr gewissenhaft. Die zwei Gebiets-Koordinatoren Robi (Karda) und Balazs (David) sind beispielgebend in ihrer Tätigkeit, sie halten alle unsere bestehenden und entstehenden Einrichtungen sicher in ihren Händen, sehen die Probleme und Sorgen und kennen unsere Unterstützer. Die lebendige Verbindung zu unseren materiellen und rechtlichen Resourcen, die wichtig für die Stiftung sind, wird von ihnen aufrecht erhalten.
Mit aller Demut und reinem Herzen fühle ich, dass unsere Häuser jederzeit von Jedem besucht werden können, so wie das Haus in Kovasna, dem die Frau des Präsidenten der Republik Rumänien, Maria Basescu, neulich einen Besuch abgestattet hat. Wir brauchen uns nicht zu schämen, denn wir haben den Weg gefunden, den wir nach dem Willen Gottes gehen müssen, damit unsere Kinder gut gedeihen und aufwachsen können, zur Freude von uns allen.
Betet für unsere große Familie!
Herzlichst, Pater Csaba
Besuch bei Freunden
Der alljährliche Besuch bei Pater Csaba und den Patenkindern fiel heuer etwas umfangreicher aus. Zehn Paten machten sich am 28. September 2007 von Mauer aus auf den Weg nach Deva. Unterwegs besuchten wir die Bischofstadt Esztergom, die Burg von Visegrád und bestaunten in Csobánka, nahe Budapest, ein ehemaliges Sanatorium, das der Stiftung zur Nutzung übergeben wurde. Erzbischof Péter Erdö hatte P. Csaba gebeten, hier eine Heimstätte zu schaffen, wo das ungeborene Leben geschützt wird, und wo werdende Mütter in ruhiger und geschützter Atmosphäre ihre Kinder zur Welt bringen können und gleichzeitig die Väter, so diese noch gegenwärtig sind, zu aktiver Teilnahme am gemeinsamen Leben – in Haushalt und Garten beispielsweise – ermuntert werden. Nach einem Jahr sollte die Situation so weit geordnet sein, damit die Kinder eine Chance haben, in geordneten Verhältnissen aufwachsen und einem gelingenden Leben entgegensehen zu können.
Insgesamt besuchten wir sechs Einrichtungen der Stiftung. Besonders beeindruckend war das uns bisher unbekannte Lăzarea. Auf einem Hügel in wunderschöner Landschaft liegt ein altes Franziskanerkloster, neben dem ein Gebäude errichtet wurde, das als Tagesheim für die Betreuung von 43 Kindern in zwei Gruppen eingerichtet ist. Wir alle spürten mit Freude, inmitten von frohen, lachenden Kindern und freundlichen Betreuern herzlich willkommen zu sein. Es grenzt an ein Wunder, dass immer neue Werke der Nächstenliebe gleichsam aus dem Boden wachsen, im Geiste der Idee des Pater Csaba! Erhard Alexitsch
Pater Csaba bemüht sich seit fast 15 Jahren, ein „Werk Gottes mit seinem Partner Mensch“ aufzubauen. 50 Jahre kommunistische Herrschaft ohne Gott hat das Land und die Menschen lahmgelegt. In dieser ausweglosen Situation entstand ein neues Leben, weil einer geglaubt und geliebt hat. Pater Csaba sah das Leid vieler Familien und hat nicht weggeschaut. Tief verwurzelt in Gott und seiner Heimat und mit Vertrauen auf das Gute im Menschen schritt er zur Tat. Jahrelange Arbeit brachte den Erfolg. Gegenwärtig leben rund 700 Kinder in Familiengruppen mit Erziehern in 20 Häusern, darüber hinaus unterhält die Stiftung in 26 Ortschaften Tagesheime für knapp 700 Kinder. Sie alle sind auf dem Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft. Wir besuchten die Familiengruppen und sahen lernende Kinder mit ihren Erziehern. Wir freuten uns mit den fröhlich spielenden Kindern und mit den Kleinen, die uns mit strahlenden Augen entgegenliefen und die wir umarmten. Einige der Erzieher und der „Eltern“ lebten vor Jahren als Kinder im Kloster bei Pater Csaba und gingen dort zur Schule. Heute studieren einige Schützlinge in Klausenburg oder arbeiten bereits. Es gibt eine Berufsausbildung für verschiedene Berufe und man hofft, dass es bald auch eine Aubildung für Installateure und Landwirte geben wird. Über 100 Mitarbeiter von Pater Csaba, Helfer im eignen Land und viele Paten aus Österreich, Ungarn, Deutschland, Schweiz und den USA helfen auf ihre Weise mit, dass aus verängstigten, seelisch kranken Kindern gesunde, lebenstüchtige und gläubige Menschen werden können. Csabas Glaube ist stark. Er ist überzeugt, dass es einen Gott gibt, der uns liebt und unser Vater ist, unser Schöpfer, der uns Leben, Talent und Kraft gegeben hat. Er glaubt an den Weg der Liebe und vertraut auf Gottes Führung, eine Liebe, die in den Kindern und Erziehern lebendig wird. Starker Glaube und ehrliche, selbstlose Liebe strahlen aus und wirken ansteckend. So wurden wir alle in diesen Kreis der Liebe seiner Familie einbezogen.
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Frühere Berichte
Besuch mit Freunden bei Freunden „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Mt. 25,40 In der Zeit vom 6. bis 9. Oktober 2006 fuhren wir – je 3 Personen von der Pfarre St. Erhard-Mauer und der action 365, den „Laabern“ – nach Siebenbürgen, um Pater Csaba zu besuchen und neue Einrichtungen der Stiftung „Hl. Franziskus“ kennen zu lernen. P. Csaba empfing uns vor dem Franziskaner Kloster in Deva
mit gewohnter Herzlichkeit und, für ihn typisch: ein Kind auf seinen Schultern, eins an der Hand. Beim Abendessen im Kloster führten wir ein anregendes Gespräch über die Entwicklung der Stiftung, aber auch des Landes, vor allem, wie es den Leuten hier wirklich geht.
eine Familie der Stiftung und wurden mit Kaffee und Keksen freundlich bewirtet. László Böjte, der Bruder jenes Pater Michael, der vor ein paar Jahren P. Csaba in Deva zur Seite gestanden war, lebt hier mit seiner Frau und den drei Kindern. Sie haben noch weitere 8 Kinder zu sich genommen, die, wenn sie nach Mittag von der Schule kommen, gemeinsam betreut werden; vergleichbar etwa einem Hort. An diesem Samstagvormittag wurden die Kinder medizinisch untersucht, Gewicht, Größe, Sehschärfe und auch der Blutdruck wurde gemessen, während in der kleinen Küche eifrig Krautrouladen – eine Siebenbürgische Spezialität – zubereitet wurden. das sogar als Weltkulturerbe genannt wird. Umgeben von hohen Bergen, in einem der Häuser in einer Häuserzeile, die in einem Viereck rund um die Kirche mit schmuckem Aussehen angelegt sind, befindet sich unter der Leitung von Márta Tamás die so genannte „Kinderschutzzentrale Theresa von Lisieux“ – auf Englisch wird es als „Child Protecting Center“ seiner Bestimmung gerechter.
fort. Es dämmerte bereits, als wir dort – in dem großen, dem hl. Josef geweihten Haus – ankamen und von der rührigen Márika Pál herzlich begrüßt wurden, die wir seit Jahren kennen. Das einst am Karfreitag durch Brandstiftung zerstörte Gebäude ist wieder aufgebaut und von ca. 100 Kindern in 9 Familien freudig in Besitz genommen worden. Es ist gediegen ausgebaut und wird allen Ansprüchen gerecht.
erreichten, erwartete uns bereits die Familie Márton. Um 12 Uhr nahmen wir anlässlich der Einweihung einer Kapelle – nach Restaurierung durch Judit Márton – in der Nähe der Stadt an der feierlichen Bischofsmesse teil. Zwei Stunden später wurden wir zur Agape von freundlichen Frauen und Mädchen eingeladen, von ihren Naschereien zu kosten. Ich musste unwillkürlich an eine burgenländische Hochzeit denken, auch dort serviert man solche Köstlichkeiten!
ein Ort zwischen Oradea und Arad, war unser letztes Ziel. Dort befindet sich jenes Haus der Stiftung, das dem hl. Antonius gewidmet ist. Es war 22 Uhr, als wir von Hilda Tarsoly, der Leiterin des Hauses, begrüßt und zu einem späten Abendbrot eingeladen wurden.
Sie sollen etwa 100 Kindern Platz bieten. Es ist dies keine Schenkung wie sonst üblich, er bekam die Liegenschaft in Pacht auf 50 Jahre inklusive einer Kaufoption; die umgrenzende Mauer soll niedergerissen und die Fläche bis zur Straße genutzt werden. Ein Sendemast daneben animierte ihn angeblich bereits zu einer Art „Radio Csaba“. Denkbar ist es, ihm zuzutrauen ebenso, denn sein Ideenreichtum scheint unerschöpflich … - & - Die vier Tage waren wie im Flug vergangen. Ich möchte versuchen, die Eindrücke mit jenen der Vorjahre zu vergleichen. Denn es hat sich vieles verändert. Allein die Begleitumstände, wie die Mühen der Fahrt oder die mitunter schikanösen Grenzaufenthalte, sind nicht mehr mit früher zu vergleichen. War es einst notwendig, mitten in der Nacht von Wien loszufahren, um noch vor dem Frühverkehr durch Budapest zu fahren, wurde dies mit dem Bau der Außenring-Autobahn nur mehr eine Frage von Staus. Die Autobahn M1 ist die Fortsetzung der österreichischen A4, und nach der Umfahrung von Budapest geht es nun schon fast bis Szeged auf der M5 weiter. Rasthäuser und Tankstellen sind so häufig anzutreffen wie bei uns, man braucht sich also diesbezüglich nicht zu sorgen. So kommt man rasch und bequem an die rumänische Grenze. Was die Einrichtungen der Stiftung „Hl. Franziskus“ anlangt, so hat auch hier sich ein Wandel vollzogen. Haben wir früher die Gastfreundschaft des P. Csaba ganz hautnah und unmittelbar verspürt, und dies über Tage hinweg, so wurden die direkten Kontakte immer spärlicher. Freilich, die Stiftung ist in den nun schon 13 Jahren ihres Bestehend von einem „Einmann-Betrieb“ auf ein mittelgroßes „Unternehmen“ angewachsen. Wenn man bedenkt, dass die Stiftung derzeit insgesamt 1.400 Kinder betreut und mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigt, kann man dies wohl nicht mehr erwarten. Doch wissen wir, und darauf dürfen wir mit Recht stolz sein, dass Csaba sich immer noch auf unsere Patenschaften ganz wesentlich stützt. Denn ohne uns – und das betont er bei jeder sich bietenden Gelegenheit – hätte er sich damals vor mehr als 10 Jahren nicht getraut, dieses Unterfangen zu beginnen und danach dieses immer größer werden zu lassen. Wenn nicht unsere Spenden – meist in Form von Patenschaften – regelmäßig und verlässlich bei ihm eintreffen würden. Erhard Alexitsch |
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Einweihung des neuen Kinderheimes “St. Josef“ in Sovata |
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Am Montag, dem 20. September 2005, reisten wir zunächst nach Tîrgu Mureş (Neumarkt), wo wir bei Familie Márton herzlich aufgenommen wurden. Am nächsten Tag fuhren wir mit Dr. András Márton, seiner Gattin Judit und Töchterchen Dorka nach Sovata. Hier wurde in der Pfarrkirche unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eine feierliche Bischofsmesse zelebriert, mitgestaltet vom Kinderchor aus Deva. Zum Abschluss boten uns die Kinder ein beeindruckendes Singspiel vom Leben und Wirken der im Jahre 1999 von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochenen Kinca, einer Tochter des ungarischen Königs, Fürstin, Ordensgründerin und Ordensfrau. Anschließend bei Zigeunermusik und Jahrmarktstimmung fand die Segnung des neuen Kinderheimes durch den Bischof statt. Danach Mittagessen und Besichtigung des Hauses. Es gibt 9 Wohneinheiten für je 6 Kinder, bestehend aus 2 Etagen. Im Erdgeschoss befinden sich Vorraum, WC, Wohnraum – im Dachgeschoß WC, Dusche und 3 Schlafzimmer. Im Keller sind die Zentralheizung, Waschküche, Küche, Speiseräume und eine Kapelle untergebracht. Das Haus ist Heimat für ca. 45 Kinder. Derzeit sind es aber mehr als 70, weil ca. 30 Kinder aus hochwassergeschädigten Familien vorübergehend hier sind. Bei dieser Gelegenheit überreichten wir dem zuständigen Caritasbeauftragten eine Geldspende für die Hochwasseropfer. Es regnete auch heute in strömen, was aber der guten Allgemeinstimmung nichts antat.
Für ein Gespräch mit Marika, der Leiterin des Kinderheimes, bzw. Pater Csaba fanden wir kaum Zeit. Sie waren immer beansprucht von Prominenz und anderen wichtigen Personen. Doch der Pater lud uns für nächsten Tag nach Rimetea (ca. 180 km von hier) ein, wo ebenfalls eine Hauseinweihung stattfinden soll. Dort würden wir dann mehr Zeit füreinander haben. Am Nachmittag entführten uns Judit und Andras nach Plajesii de Jos, ein romantisches Dorf in den östlichen Karpaten. Pater Csaba soll hier im Auftrag des Bischofs aus einem Schloss mit dazugehörigem Obstgarten ein Kinderheim entstehen lassen. Leider war es stockdunkel, als wir ankamen. Im Scheinwerferlicht unserer Autos und mit Taschenlampen konnten wir uns von der Schönheit und dem guten Zustand des Gebäudes überzeugen. Am nächsten Tag folgten wir der Einladung P. Csabas nach dem vor einem Jahr erstandenen Haus “Theresa von Lisieux“ in Rimetea, einem malerischen Dorf im Siebenbürgener Erzgebirge. Es wurde heuer fertig gestellt und an diesem Tage vom rumänischen Bischof eingeweiht. Zurzeit befinden sich 14 Kinder aus der Gegend um Hunedoara hier, und es sollen mehr werden. Hier konnten wir uns endlich mit P. Csaba ausgiebig unterhalten. Bei der Heimreise nutzten wir das Angebot P. Csabas und übernachteten im Kinderheim “Hl. Antonius“ in Salonta, nahe der Grenze zu Ungarn. Ebenfalls erst vor einem Jahr aus einem zerfallenden Gebäude entstanden, zeigte es sich uns als ein wahres Schmuckstück. 17 Kinder finden hier zurzeit ein Zuhause, betreut von Hilda Tamas, die wir bereits aus Deva kannten, und 2 Studentinnen als Lernhelferinnen. Ausgeruht und frohgelaunt fuhren wir am nächsten Tag nach Hause. Wir konnten uns wieder einmal mehr überzeugen vom Gelingen des großartigen Werkes Pater Csabas. Willi Peer |
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Besuch mit Freunden bei Freunden |
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„Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Mt. 25,40 In der Zeit vom 6. bis 9. Oktober 2006 fuhren wir – je 3 Personen von der Pfarre St. Erhard-Mauer und der action 365, den „Laabern“ – nach Siebenbürgen, um Pater Csaba zu besuchen und neue Einrichtungen der Stiftung „Hl. Franziskus“ kennen zu lernen. P. Csaba empfing uns vor dem Franziskaner Kloster in Deva
mit gewohnter Herzlichkeit und, für ihn typisch: ein Kind auf seinen Schultern, eins an der Hand. Beim Abendessen im Kloster führten wir ein anregendes Gespräch über die Entwicklung der Stiftung, aber auch des Landes, vor allem, wie es den Leuten hier wirklich geht.
eine Familie der Stiftung und wurden mit Kaffee und Keksen freundlich bewirtet. László Böjte, der Bruder jenes Pater Michael, der vor ein paar Jahren P. Csaba in Deva zur Seite gestanden war, lebt hier mit seiner Frau und den drei Kindern. Sie haben noch weitere 8 Kinder zu sich genommen, die, wenn sie nach Mittag von der Schule kommen, gemeinsam betreut werden; vergleichbar etwa einem Hort. An diesem Samstagvormittag wurden die Kinder medizinisch untersucht, Gewicht, Größe, Sehschärfe und auch der Blutdruck wurde gemessen, während in der kleinen Küche eifrig Krautrouladen – eine Siebenbürgische Spezialität – zubereitet wurden. das sogar als Weltkulturerbe genannt wird. Umgeben von hohen Bergen, in einem der Häuser in einer Häuserzeile, die in einem Viereck rund um die Kirche mit schmuckem Aussehen angelegt sind, befindet sich unter der Leitung von Márta Tamás die so genannte „Kinderschutzzentrale Theresa von Lisieux“ – auf Englisch wird es als „Child Protecting Center“ seiner Bestimmung gerechter.
fort. Es dämmerte bereits, als wir dort – in dem großen, dem hl. Josef geweihten Haus – ankamen und von der rührigen Márika Pál herzlich begrüßt wurden, die wir seit Jahren kennen. Das einst am Karfreitag durch Brandstiftung zerstörte Gebäude ist wieder aufgebaut und von ca. 100 Kindern in 9 Familien freudig in Besitz genommen worden. Es ist gediegen ausgebaut und wird allen Ansprüchen gerecht.
erreichten, erwartete uns bereits die Familie Márton. Um 12 Uhr nahmen wir anlässlich der Einweihung einer Kapelle – nach Restaurierung durch Judit Márton – in der Nähe der Stadt an der feierlichen Bischofsmesse teil. Zwei Stunden später wurden wir zur Agape von freundlichen Frauen und Mädchen eingeladen, von ihren Naschereien zu kosten. Ich musste unwillkürlich an eine burgenländische Hochzeit denken, auch dort serviert man solche Köstlichkeiten!
ein Ort zwischen Oradea und Arad, war unser letztes Ziel. Dort befindet sich jenes Haus der Stiftung, das dem hl. Antonius gewidmet ist. Es war 22 Uhr, als wir von Hilda Tarsoly, der Leiterin des Hauses, begrüßt und zu einem späten Abendbrot eingeladen wurden.
Sie sollen etwa 100 Kindern Platz bieten. Es ist dies keine Schenkung wie sonst üblich, er bekam die Liegenschaft in Pacht auf 50 Jahre inklusive einer Kaufoption; die umgrenzende Mauer soll niedergerissen und die Fläche bis zur Straße genutzt werden. Ein Sendemast daneben animierte ihn angeblich bereits zu einer Art „Radio Csaba“. Denkbar ist es, ihm zuzutrauen ebenso, denn sein Ideenreichtum scheint unerschöpflich … - & - Die vier Tage waren wie im Flug vergangen. Ich möchte versuchen, die Eindrücke mit jenen der Vorjahre zu vergleichen. Denn es hat sich vieles verändert. Allein die Begleitumstände, wie die Mühen der Fahrt oder die mitunter schikanösen Grenzaufenthalte, sind nicht mehr mit früher zu vergleichen. War es einst notwendig, mitten in der Nacht von Wien loszufahren, um noch vor dem Frühverkehr durch Budapest zu fahren, wurde dies mit dem Bau der Außenring-Autobahn nur mehr eine Frage von Staus. Die Autobahn M1 ist die Fortsetzung der österreichischen A4, und nach der Umfahrung von Budapest geht es nun schon fast bis Szeged auf der M5 weiter. Rasthäuser und Tankstellen sind so häufig anzutreffen wie bei uns, man braucht sich also diesbezüglich nicht zu sorgen. So kommt man rasch und bequem an die rumänische Grenze. Was die Einrichtungen der Stiftung „Hl. Franziskus“ anlangt, so hat auch hier sich ein Wandel vollzogen. Haben wir früher die Gastfreundschaft des P. Csaba ganz hautnah und unmittelbar verspürt, und dies über Tage hinweg, so wurden die direkten Kontakte immer spärlicher. Freilich, die Stiftung ist in den nun schon 13 Jahren ihres Bestehend von einem „Einmann-Betrieb“ auf ein mittelgroßes „Unternehmen“ angewachsen. Wenn man bedenkt, dass die Stiftung derzeit insgesamt 1.400 Kinder betreut und mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigt, kann man dies wohl nicht mehr erwarten. Doch wissen wir, und darauf dürfen wir mit Recht stolz sein, dass Csaba sich immer noch auf unsere Patenschaften ganz wesentlich stützt. Denn ohne uns – und das betont er bei jeder sich bietenden Gelegenheit – hätte er sich damals vor mehr als 10 Jahren nicht getraut, dieses Unterfangen zu beginnen und danach dieses immer größer werden zu lassen. Wenn nicht unsere Spenden – meist in Form von Patenschaften – regelmäßig und verlässlich bei ihm eintreffen würden. Erhard Alexitsch |
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Frühere Berichte
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Einweihung des neuen Kinderheimes “St. Josef“ in Sovata |
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Am Montag, dem 20. September 2005, reisten wir zunächst nach Tîrgu Mureş (Neumarkt), wo wir bei Familie Márton herzlich aufgenommen wurden. Am nächsten Tag fuhren wir mit Dr. András Márton, seiner Gattin Judit und Töchterchen Dorka nach Sovata. Hier wurde in der Pfarrkirche unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eine feierliche Bischofsmesse zelebriert, mitgestaltet vom Kinderchor aus Deva. Zum Abschluss boten uns die Kinder ein beeindruckendes Singspiel vom Leben und Wirken der im Jahre 1999 von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochenen Kinca, einer Tochter des ungarischen Königs, Fürstin, Ordensgründerin und Ordensfrau. Anschließend bei Zigeunermusik und Jahrmarktstimmung fand die Segnung des neuen Kinderheimes durch den Bischof statt. Danach Mittagessen und Besichtigung des Hauses. Es gibt 9 Wohneinheiten für je 6 Kinder, bestehend aus 2 Etagen. Im Erdgeschoss befinden sich Vorraum, WC, Wohnraum – im Dachgeschoß WC, Dusche und 3 Schlafzimmer. Im Keller sind die Zentralheizung, Waschküche, Küche, Speiseräume und eine Kapelle untergebracht. Das Haus ist Heimat für ca. 45 Kinder. Derzeit sind es aber mehr als 70, weil ca. 30 Kinder aus hochwassergeschädigten Familien vorübergehend hier sind. Bei dieser Gelegenheit überreichten wir dem zuständigen Caritasbeauftragten eine Geldspende für die Hochwasseropfer. Es regnete auch heute in strömen, was aber der guten Allgemeinstimmung nichts antat.
Für ein Gespräch mit Marika, der Leiterin des Kinderheimes, bzw. Pater Csaba fanden wir kaum Zeit. Sie waren immer beansprucht von Prominenz und anderen wichtigen Personen. Doch der Pater lud uns für nächsten Tag nach Rimetea (ca. 180 km von hier) ein, wo ebenfalls eine Hauseinweihung stattfinden soll. Dort würden wir dann mehr Zeit füreinander haben. Am Nachmittag entführten uns Judit und Andras nach Plajesii de Jos, ein romantisches Dorf in den östlichen Karpaten. Pater Csaba soll hier im Auftrag des Bischofs aus einem Schloss mit dazugehörigem Obstgarten ein Kinderheim entstehen lassen. Leider war es stockdunkel, als wir ankamen. Im Scheinwerferlicht unserer Autos und mit Taschenlampen konnten wir uns von der Schönheit und dem guten Zustand des Gebäudes überzeugen. Am nächsten Tag folgten wir der Einladung P. Csabas nach dem vor einem Jahr erstandenen Haus “Theresa von Lisieux“ in Rimetea, einem malerischen Dorf im Siebenbürgener Erzgebirge. Es wurde heuer fertig gestellt und an diesem Tage vom rumänischen Bischof eingeweiht. Zurzeit befinden sich 14 Kinder aus der Gegend um Hunedoara hier, und es sollen mehr werden. Hier konnten wir uns endlich mit P. Csaba ausgiebig unterhalten. Bei der Heimreise nutzten wir das Angebot P. Csabas und übernachteten im Kinderheim “Hl. Antonius“ in Salonta, nahe der Grenze zu Ungarn. Ebenfalls erst vor einem Jahr aus einem zerfallenden Gebäude entstanden, zeigte es sich uns als ein wahres Schmuckstück. 17 Kinder finden hier zurzeit ein Zuhause, betreut von Hilda Tamas, die wir bereits aus Deva kannten, und 2 Studentinnen als Lernhelferinnen. Ausgeruht und frohgelaunt fuhren wir am nächsten Tag nach Hause. Wir konnten uns wieder einmal mehr überzeugen vom Gelingen des großartigen Werkes Pater Csabas. Willi Peer |
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