Hilfe für Menschen in der Ukraine

Nov 2, 2022 | Allgemein

Eine Mitarbeiterin unserer donnerstäglichen Sozialsprechstunde befindet sich seit einigen Wochen im Hilfseinsatz in der Ukraine, im Raum Charkiw, in der Nähe der russischen Grenze. Sie hält uns, soweit technisch möglich, mit Nachrichten auf dem Laufenden.

Ihre Nachrichten/Eindrücke, aus Chats und Mails, und Bilder haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Hi! Mir geht’s gut hier. Allerdings verschlechtert sich die allgemeine Situation laufend durch den dauernden Beschuss der Infrastruktur.
Meistens arbeite ich in der Bäckerei. Habe allerdings schon einige Lieferungen in die befreiten Gebiete gemacht. Dort ist es ganz schlimm, kein Strom, kein Gas, oft kein Wasser (viele haben Brunnen). Die Häuser beschädigt und mit Plastik geflickt. Wir haben in der Nacht schon um die 0°.


Versuche den Ablauf einer Lieferung zu beschreiben:
(Anm. Einsatzort vom Bericht war die Strecke Kharkiv bis zu Kozacha-Lopan ganz an der russischen Grenze) Die Essens Lieferungen sind jedes Mal eine andere Strecke.
Los geht’s, durch die Checkpoints, auf Straßen die von Panzerketten zerstört sind, voller Löcher von der Artillerie, an ausgebombten Gebäuden vorbei, auch Schulen,… Auch Brücken sind zerstört aber es sind provisorische Übergänge vorhanden.
Eine 95 Jährige die alleine lebt. Rheuma, keine Medikamente. Ich lasse ihr mein Ibuprofen da, mehr kann ich nicht machen.

Als nächstes werde ich das Center (Anm. eine zivile Hilfsorganisation) beschreiben wo ich die meiste Zeit verbringe.
Das Center hat zur Zeit etwa 50 Volontäre, die teilweise dort wohnen (war früher ein Hostel). Es versorgt unter anderem ein Kinderhospiz und hat eine zweite Bäckerei vor zwei Wochen in Vovchansk eröffnet ganz bei der russischen Grenze um die Bevölkerung vor Ort zu unterstützen, da der Ort sehr schwer erreichbar ist weil drei Brücken gesprengt wurden.
Wir machen Essen für 1000-1500 Personen am Tag.
Haben außerdem noch eine Werkstatt zum Reparieren von Fahrzeugen
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Im Moment werden Leute evakuiert da eine Wiederherstellung der Versorgung vor dem Winter unrealistisch ist. Aber nicht jeder will weg.