Pater Csaba in Wien Mauer

Mrz 1, 2024 | Kinder von Deva

Liebe Paten und Unterstützer der Stiftung Hl. Franziskus in Siebenbürgen!
Pater Csaba kam mit 6 Gästen – 5 junge Damen, Heimleiterinnen in der Stiftung Hl. Franziskus, und dem Kameramann und Chauffeur – nach Mauer, um mit uns den Abend zu verbringen. Hier nun der versprochene Bericht, als Dank und Erinnerung daran.
Der Artikel fußt auf dem Bericht von Verla Twaroch, den sie für die action 365 geschrieben hat.

„Ins Wasser fällt ein Stein …
… und ist er noch so klein,
er zieht doch weite Kreise“

Am 16. Februar 2024 feierten wir gemeinsam mit Pater Csaba Böjte, Alt-Pfarrer Georg Henschling und Pfarrvikar Pawel Winiewski Gottesdienst. Mit bewährter Übersetzung durch Ákos Tiboldi.
Der Gottesdienst wurde von Familie Peer von der action365 vorbereitet und musikalisch gestaltet.

Das Eingangslied hat mich an den Beginn der Patenschafts-Unterstützung vor 35 Jahren erinnert. Gerti Werner hat durch Gottes Fügung Hedy Marton aus Târgu Mureș in einem Gebets-Seminar kennengelernt – dieser „kleine Stein“ hat Großes bewirkt. Wie P. Csaba in seiner Predigt anmerkte, hat die Zusammenarbeit mit den Paten aus der Pfarre Mauer und der action 365 mit Gottes Hilfe Licht in die Welt gebracht und viel Gutes in Kindern und Jugendlichen entfaltet. Es war vor 35 Jahren nicht vorstellbar, dass in dieser Zeit 6.000 Kindern die Möglichkeit gegeben würde, eine Ausbildung zu erhalten, eine Familie zu gründen und ein gutes Leben zu führen – und die erfahrene Liebe weiterzugeben.

Anlässlich seines 65. Geburtstages wurde P. Csaba von seinem Erzbischof schriftlich eingeladen, in Pension zu gehen. Die Sekretärin des Erzbischofs, die diesen Brief verfasst hat, ist eines von P. Csabas 6.000 Kindern! Aus der Pensionierung ist freilich bis heute nichts geworden!
P. Csaba erzählt von Zoltan, den er vor über 30 Jahren aus der Roma-Siedlung Mintia in seine Obhut genommen hat, und der nun erfolgreicher Unternehmer ist. Diese Zukunft hätte P. Csaba nicht vorausgesehen.
Der Franziskaner Csaba Böjte ist nicht nur „Vater“ von 6.000 Kindern, sondern auch „Großvater“ und seit heuer „Urgroßvater“. Die Mitarbeiterinnen der Stiftung wünschen sich, dass P. Csaba in Zukunft mehr Zeit als „Großvater und Urgroßvater“ verbringen kann – „die Enkel brauchen ihren Großvater“. Sie werden sich mit aller Kraft bemühen, sich die kommenden 30 Jahre mit der gleichen Motivation für die Kinder einzusetzen wie P. Csaba in den vergangenen 30 Jahren.

Im heurigen Jahr wurde P. Csaba von 5 jungen Frauen begleitet, die in der Stiftung aufgewachsen sind und gemeinsam mit ihren Ehemännern Heime der Stiftung leiten. Pater Csaba bezeichnete sie als Hoffnungsträgerinnen, die sich stellvertretend für „seine“ 6.000 Kinder vorstellten.

Annamária Kovács lebt mit Ihrem Ehemann und 2 eigenen Kindern in Borszék und leitet dieses Kinderheim. Annamária ist als eines der ersten Kinder in Sovata aufgenommen worden; sie bedankt sich für den Zusammenhalt und die jahrzehntelange Unterstützung, ohne die sie heute nicht hier stehen würden. Annamária ist glücklich, 6.000 Geschwister zu haben und einen Franziskaner-Vater, der nun für ihre Kinder Großvater ist.

Andrea Lönhard lebt mit ihrem Ehemann Gusti und ihren 2 Töchtern in Petrozsény. Gusti durften wir im Vorjahr kennenlernen. In dem ehemaligen Franziskanerkloster wohnen 20 Kinder und 36 Kinder kommen nach Kindergarten bzw. Schule zur Tagesbetreuung. Andrea und Gusti wollen die Liebe und Werte, die sie in der Stiftung erfahren haben, weitergeben und auch anderen Kindern und Jugendlichen eine Chance geben.

Andrea-Orsolya Laszló leitet mit ihrem Mann Pál (Pauli) ein großes Haus (ehemalige Lungenheilanstalt) in Gyergyószentmiklós. Mit 2 eigenen Kindern erziehen die beiden 9 Kinder im Alter zwischen 10 und 20 Jahren und betreuen zusätzlich 24 Studenten, die in der Stiftung groß geworden sind. Andrea und Paul wollen die Liebe, die ihnen P. Csaba geschenkt hat und den Glauben an Jesus weitergeben. Paul begleitete P. Csaba im Vorjahr und berichtete über seine Arbeit: einerseits ein offenes Schulungszentrum, wo Kinder unterrichtet werden (Tierhaltung, die Erzeugung von Fleisch- und Milchprodukten, Obst- und Gemüseanbau, Brot backen ebenso wie arbeiten in einem Gastronomiebetrieb) sowie andererseits die Arbeit mit Therapiepferden und die Organisation und Durchführung von Kutschenfahrten.

Denise Huzuna leitet mit ihrem Mann Christian seit 4 Jahren das Heim in Salonta. Christian war selbst Schützling in der Stiftung, ging dann nach England und kam zurück, um sich in der Stiftung zu engagieren. Sie haben inzwischen einen 2-jährigen Sohn.

Schließlich lernten wir auch Adél Fechete-Bálint vom Heim in Dózsa György kennen.

Heute leben 630 Kinder in 40 Häusern der Stiftung. Durch die geänderte Gesetzeslage dürfen z.B. statt 50 Kindern nur mehr 10 Kinder in einem Haus leben – jedes Kind muss ein eigenes Zimmer zur Verfügung haben. Der Staat unterstützt notleidende Familien und auch durch die bessere wirtschaftliche Situation werden in Siebenbürgen weniger Kinder geboren.

Pater Csaba sieht sein Werk auf einem guten Weg: „Seine Kinder“ führen die großen Familien mit Liebe und Engagement.
Wir haben in diesem Gottesdienst auch besonders für den Frieden und die Menschen in den Kriegsgebieten gebetet, sowie der verstorbenen Paten in den Fürbitten gedacht.

Am Ende des Gottesdienstes luden Familie Peer und Mitarbeiter der Pfarre Mauer zur Agape – selbst gebackenes Brot und eine große Auswahl an Aufstrichen und Getränken. Herzlichen Dank!
Hoffentlich ist es im kommenden Jahr wieder möglich, Pater Csaba persönlich zu begegnen.

Verla Twaroch, action 365

P.S.: Restexemplare des 2. Bandes (aus 2018) der von Erhard Alexitsch verfassten Bücher (die die Entwicklung der Stiftung veranschaulichen) sind noch verfügbar.

Mit freundlichen Grüßen
Erhard Alexitsch